Jordanien Israelische Diplomaten entgehen Anschlag

Auf einen Konvoi von israelischen Diplomaten haben Unbekannte einen Anschlag verübt. Eine Bombe explodierte in der Nähe eines Grenzübergangs - verletzt wurde niemand. Ob Israels Botschafter sich in einem der Wagen befand, ist unklar.

Polizisten am Ort der Explosion: Keine Verletzten bei dem Angriff auf Diplomaten
REUTERS

Polizisten am Ort der Explosion: Keine Verletzten bei dem Angriff auf Diplomaten


Jerusalem - Der Sprengsatz explodierte am Straßenrand. Zu dem Zeitpunkt des Anschlags waren israelische Diplomaten in einem Autokonvoi zu der von Israel kontrollierten Allenby-Brücke an der Grenze zwischen Jordanien und dem Westjordanland unterwegs. Doch verletzt wurde nach Angaben des israelischen Außenministeriums niemand. Unklar ist, ob Israels Botschafter Dani Nevo sich in dem Wagen befand.

"In den Wagen haben Diplomaten und Personenschützer gesessen", meldete der Fernsehsender Kanal 2. Nevo sei nicht dabei gewesen. Mindestens eines der zwei Autos sei leicht beschädigt worden, beide hätten aber ihre Fahrt zurück nach Israel fortsetzen können. Jordanien habe Ermittlungen aufgenommen.

In den vergangenen Jahren hat es in Jordanien wiederholt versuchte Anschläge auf israelische Diplomaten gegeben. Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten werden durch den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern belastet. Jordanien hat seit der Staatsgründung Israels 1948 Millionen Palästinenser aufgenommen, von denen die meisten inzwischen jordanische Staatsbürger sind.

kgp/apn/AFP/Reuters



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JDR gestern, 19:32 Uhr
1. Agenda
Es braucht wohl kein großes Fachwissen, um zu erkennen, dass im Mittleren Osten ein verdeckter Krieg tobt. Hezballah, IRI und Hamas haben in diesem Krieg bereits eine Reihe von hochrangigen "Assets" verloren, mehrere Versuche, dies zu "vergelten" sind vereitelt worden: seien es Bomben gegen Botschaften in Azerbaijan, Terror gegen Ägypten oder geplante Mehrfachanschläge in der Türkei. Es scheint unsinnig, als Außenstehender derartige Operationen einzelnen Organisationen zuordnen zu wollen. Es ist nicht einmal relevant, ob der Anschlag in Jordanien von "homegrown" Terroristen stammt, oder von Ablegern - oder auch Agenten - des iranischen Geheimdienstes durchgeführt wurde, um die vermeintliche Mossad/CIA/MEQ/Zionisten/Schwule/Kommunisten/whatsoever-Operation zu rächen, welche einen iranischen Wissenschaftler das Leben gekostet hat. Es ist nicht von Bedeutung, ob dieser Mann getötet wurde, weil er am Atomwaffenprogramm der IRI arbeitete, deshalb, weil er die Opposition unterstützte, oder deshalb, weil er ein Spitzel des Regimes in der Opposition war. Was tatsächlich analysiert werden kann ist, dass die Iran/Hezballah/Hamas-Front weiter versuchen wird, Terror auszuüben - und dass ihr dies auch irgendwann einmal gelingen wird. Bei so vielen Versuchen, wird auch irgendwann einmal einer "Erfolg" haben. Ende der Nachricht. Tatsächlich analysiert werden kann auch - wenn man aufmerksam liest - dass die westlichen Bemühungen sich nicht auf CIA und Mossad beschränken, sondern dass es auch durchaus mehrere andere hochprofessionelle Dienste gibt, welche, ihrem Auftrag gemäß, eher diskret bleiben. Tatsächlich analysieren kann man auch, dass es alllzu viele willige Bauern auf dem Feld gibt, welche nicht ahnen, wer sie setzt und doch ihre eigene Agenda verfolgen. Tatsächlich analysiert werden kann auch, dass die Oberhand in diesem Krieg zur Zeit sehr deutlich im Westen liegt. Dies zeigt nicht nur die Tatsache, dass es diese Dienste immer wieder schaffen, Anschläge zu vereiteln - ein Bomber in einem Flugzeug lässt gerne vergessen, wie viele "mutmaßliche" Terroristen zuvor an den "Wächtern" gescheitert sind - nicht nur die Tatsache, dass immer wieder hochrangige Ziele neutralisiert werden - ohne dass jemand dafür glaubhaft "Lorbeeren" verlangt, sondern auch die Reaktion des Regimes in Teheran auf den Tod des Professors: Es ist absoluter Unsinn, zu einem Zeitpunkt, als die zuständigen Stellen bestenfalls das Opfer identifiziert haben konnten, schon "Beweise" für eine Verwicklung westlicher Dienste gefunden haben zu wollen. Bis heute scheinen die einzigen "Beweise" der Ermittlungsbehörden jene zu sein, dass sie über Hinweise verfügten, dass die MEQ, möglicherweise unterstützt von CIA oder Mossad eine Operation planten. Dafür brauche ich keinen Geheimdinest: um das zu wissen, muss ich nur die Zeitung lesen können. Die reflexhafte Zuweisung des Anschlages an jene schattenhaften, fast schom mystisch verklärten Feinde zeigt in erster Linie, dass die Fähigkeiten dieser Organisationen in der IRI gefürchtet werden. In Teheran, in Damaskus, in Beirut und Gazah fühlt man, dass dieser unsichtbare Feind seine Ziele treffen kann - überall, jederzeit. Diese Tatsache ist der eigentliche Preis bei jenem "Krieg im Verborgenen".
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