Vorwahlsieg in Massachusetts Rückkehr der Kennedys

Er trägt einen der prominentesten Namen der Welt und setzt ganz auf eine politische Karriere: Joseph Kennedy III., Großneffe des früheren Präsidenten, hat sich bei den Vorwahlen der Demokraten in Massachusetts durchgesetzt, sein Ziel ist jetzt der Kongress. Führt er die Familie zu neuem Ruhm?

AP

Charlotte/Boston - Er ist 31 Jahre jung, Absolvent der Elite-Universitäten Stanford und Harvard - und könnte bald derjenige sein, der für neuen Ruhm des legendären Familienclans sorgt: Joseph Kennedy III.

Der Großneffe des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy und Enkel von Robert F. Kennedy hat sich bei den Vorwahlen der Demokraten in Massachusetts durchgesetzt und will jetzt in das Repräsentantenhaus einziehen.

Die Chancen für Kennedy auf eine Karriere in Washington stehen gut: Der populäre Demokrat Barney Frank, derzeitiger Vertreter des vierten Kongresswahlbezirks von Massachusetts, tritt nicht mehr zur Wahl an und verabschiedet sich in den Ruhestand - zudem gilt der Wahlbezirk als Hochburg der Demokraten: Ein Republikaner war dort zuletzt 1944 erfolgreich. Und vor allem: Massachusetts ist sozusagen Kennedy-Land, dort kamen viele Mitglieder der Familie zur Welt, unter anderem der spätere Präsident John F. Kennedy.

Ein Triumph von Joseph Kennedy III. im November würde eine Rückkehr der Familie mit den irischen Wurzeln auf die politische Bühne bedeuten: Es gibt derzeit keinen Kennedy in einem öffentlichen Amt. Zuletzt hatte sein Onkel Patrick seinen Sitz im Repräsentantenhaus niedergelegt.

Er sei stolz auf das Vermächtnis seiner Familie, hatte Joseph Kennedy III. zuletzt gesagt und dabei betont, dass er nun aus eigener Kraft Wählerstimmen gewinnen wolle. Kennedy hat im Friedenskorps gedient und arbeitet für die Bostoner Staatsanwaltschaft. Auch politische Erfahrung hat er bereits vorzuweisen: 2006 managte er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Matt die Kampagne für seinen Großonkel, Senator Edward Kennedy, der 2009 an Krebs starb.

Joseph Kennedy III., von vielen einfach nur Joe genannt, ist nicht der Einzige aus der Familiendynastie, der zuletzt auf sich aufmerksam machte. Beim Parteitag der Demokraten in Charlotte hatte jetzt auch Caroline Kennedy einen kurzen Auftritt. Die Tochter des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy sagte den Delegierten, dass die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama ebenso wichtig für die Zukunft des Landes sei, wie es 1960 die Wahl ihres Vaters war.

hen/AP

insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
muellerthomas 07.09.2012
1.
Die Präsidentschaftswahlen finden in den USA üblicherweise (immer?) Im November statt, die Amtseinführung des Präsidenten erfolgt im Januar. Kenney war bei der Wahl 1980 innerparteilicher Gegner von Carter.
heineborel 07.09.2012
2. Es ist in der Tat unüblich,...
... aber in der Tat kann selbst ein amtierender Präsident von einem Parteikollegen in den Vorwahlen herausgefordert werden. Dieses Jahr gab es bei den Dems ja auch Vorwahlen (nur ist niemand außer Obama angetreten). Laut Wikipedia hat ist Ted Kennedy aber in der Tat 1980 gegen den amtierenden Carter in den Vorwahlen angetreten...
Calex 07.09.2012
3. Na dann warten wir mal
Zitat von sysopAPEr trägt einen der prominentesten Namen der Welt und setzt ganz auf eine politische Karriere: Joseph Kennedy III., Großneffe des früheren Präsidenten, hat sich bei den Vorwahlen der Demokraten in Massachusetts durchgesetzt, sein Ziel ist jetzt der Kongress. Führt er die Familie zu neuem Ruhm? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854466,00.html
Na dann warten wir mal auf den nächsten "Unfall"...
Tahlos 07.09.2012
4.
Na, da versucht man aber wieder mit Gewalt die zukünftige Politik nur mit dem Nachnamen zu gewinnen, wie so oft in dieser Grauzone der menschlichen Intelligenz.
WolfHai 07.09.2012
5. Erb-Demokratie
Zitat von sysopAPEr trägt einen der prominentesten Namen der Welt und setzt ganz auf eine politische Karriere: Joseph Kennedy III., Großneffe des früheren Präsidenten, hat sich bei den Vorwahlen der Demokraten in Massachusetts durchgesetzt, sein Ziel ist jetzt der Kongress. Führt er die Familie zu neuem Ruhm? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854466,00.html
Nach dem Ende der Erb-Monarchien oder jedenfalls dem Ende von deren politischer Bedeutung kommt es jetzt zu Erb-Demokratien, und zwar nicht nur in Drittwelt-Staaten, sondern in dem Land, dass auf seine Demokratie so besonders stolz ist. Ein Zeichen, wie hoch der Anteil von Showbusiness am Politikergeschäft schon ist. Amüsant, aber auch ein wenig traurig.
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