Baskische Untergrundorganisation Früherer Eta-Anführer Ternera in Frankreich festgenommen

Seine jahrelange Flucht endete in den französischen Alpen: Sicherheitskräfte haben den früheren Eta-Anführer Josu Ternera gefasst - er soll an einer Aktion beteiligt gewesen sein, bei der elf Menschen getötet wurden.

José Antonio Urrutikoetxea, "Josu Ternera", wollte die baskische Unabhängigkeit durch Gewalt erreichen
Vincent West/ REUTERS

José Antonio Urrutikoetxea, "Josu Ternera", wollte die baskische Unabhängigkeit durch Gewalt erreichen


José Antonio Urrutikoetxea, auch bekannt als Josu Ternera, ist in Frankreich gefasst worden. Das teilte das spanische Innenministerium am Donnerstag mit. Ternera war einer der Anführer der baskischen Terrororganisation Eta, die im Mai des vergangenen Jahres ihre vollständige Auflösung bekanntgegeben und bereits davor ihre Waffen abgegeben hatte.

Ternera sei im ostfranzösischen Alpenort Sallanches im Umland von Chamonix gefasst worden. An der Aktion seien Sicherheitskräfte aus Spanien und Frankreich beteiligt gewesen, so das Ministerium. Die spanischen Behörden werfen Ternera vor, an einer ETA-Kommandoaktion im Jahr 1987 beteiligt gewesen zu sein, bei der elf Menschen getötet wurden.

Die Organisation Euskadi Ta Askatasuna - baskisch für Baskenland und Freiheit (Eta) - kämpfte seit 1959 für einen eigenen Staat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Die Eta wurde 1959 während der Franco-Diktatur in Spanien von linksnationalistischen, baskischen Studenten gegründet. Mehr als 850 Menschen wurden bei Angriffen durch die Gruppe getötet.

Der spanische Zentralstaat ging mit großer Härte gegen die baskischen Separatisten vor. In den Achtzigerjahren kamen Todesschwadronen zum Einsatz, die baskische Aktivisten ermordeten. 1979 - nach dem Ende der Franco-Diktatur - erhielt das Baskenland zwar einen Autonomiestatus, doch immer wieder scheiterten Friedensverhandlungen der Eta mit Madrid.

Im Oktober 2011 erklärte die Organisation ihre Strategie des Terrors für beendet. 2002 war Ternera das letzte Mal untergetaucht, hatte aber noch immer eine führende Rolle bei der Eta. 2005 setzte er sich für Friedensgespräche mit der spanischen Regierung ein, scheiterte damit aber auch innerhalb seiner eigenen Organisation.

höh/AFP/dpa/Reuters



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