Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó "Alle auf die Straße"

Die USA haben weitere Sanktionen gegen die Regierung von Venezuelas Herrscher Nicolás Maduro verhängt. Die Versorgungslage im Land wird immer schlechter - und Juan Guaidó ruft zu neuen Massenprotesten auf.

Juan Guaidó
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Der Machtkampf um Venezuela hält an - und Oppositionsführer Juan Guaidó hat seine Anhänger auf die entscheidende Phase eingeschworen. "Alle auf die Straße, zur Beendigung der Usurpation", sagte der selbsternannte Übergangspräsident am Samstag vor Tausenden Unterstützern in der Hauptstadt Caracas. Auch der vom Westen isolierte Staatschef Nicolás Maduro mobilisierte seinen Anhänger. Der umstrittene Staatschef erneuerte seine Forderung nach Verhandlungen.

Guaidó appellierte an seine Anhänger, den Druck auf Maduro aufrecht zu erhalten. Für Mittwoch rief er zu neuen Massenprotesten auf. Die Regierungsgegner protestierten am Samstag auch in mehreren anderen Städten gegen den umstrittenen Präsidenten.

  • In Venezuelas zweitgrößter Stadt Maracaibo im Westen des Landes seien bei der gewaltsamen Auflösung einer Demonstration zwei Abgeordnete der Opposition vorübergehend festgenommen worden, sagte die Parlamentarierin Adriana Pichardo.
  • Die Abgeordnete Elimar Díaz sagte, der Protest in Maracaibo sei von Sicherheitskräften "brutal" unterdrückt worden.
  • Dort seien Panzer eingesetzt worden. Zudem sei aus Helikoptern Tränengas auf die Demonstranten abgegeben worden.

Maduro ließ am Samstag Tausende Menschen in Caracas gegen den "Imperialismus" protestieren. Der linksnationalistische Staatschef rief zu einem "großen Friedensdialog" unter internationaler Vermittlung auf.

Nicolás Maduro
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Nicolás Maduro

Neben Mexiko und Uruguay könnten sich Bolivien und die Karibikstaaten daran beteiligen, sagte Maduro. Guaidó lehnt Verhandlungen mit dem Präsidenten allerdings ab.

Dramatische Versorgungsengpässe

Der Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó lähmt das Land schon seit Monaten. Venezuela leidet zudem unter einer beispiellosen Wirtschaftskrise mit dramatischen Versorgungsengpässen. In den vergangenen Wochen kam es wiederholt zu massiven Stromausfällen.

Pro-Maduro-Proteste
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Pro-Maduro-Proteste

Guaidó wird von den USA und mehr als 50 weiteren Staaten unterstützt. Washington hatte am Freitag mit weiteren Sanktionen gegen den staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA den Druck auf die Regierung in Caracas erhöht.

Guaidó, der sich im Januar selbst zum Interimsstaatschef erklärt hatte, ist Präsident des venezolanischen Parlaments. Die regierungstreue verfassungsgebende Versammlung hatte ihm am Dienstag die parlamentarische Immunität entzogen. Gegen den Oppositionsführer laufen Ermittlungen wegen des Vorwurfs, die Amtsbefugnisse des Präsidenten widerrechtlich an sich gerissen zu haben.

dop/AFP



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