Westjordanland Jüdische Siedler bewerfen US-Diplomaten-Konvoi mit Steinen

Jüdischen Siedlern passte es offenbar nicht, dass Mitarbeiter des US-Konsulates Schäden auf einer palästinensischen Olivenplantage begutachten wollten. Sie vertrieben die Diplomaten mit Steinen.


Jerusalem - Jüdische Siedler haben im Westjordanland einen Fahrzeugkonvoi von US-Diplomaten mit Steinen beworfen. Nach Angaben der israelischen Polizei waren die Mitarbeiter des US-Konsulats in Jerusalem gekommen, um Schäden auf einer palästinensischen Plantage zu untersuchen, die mutmaßlich von den Siedlern verursacht wurden.

Die Zeitung "Haaretz" schildert den Vorgang so: Die Diplomaten hätten Beschwerden prüfen wollen, wonach 5000 Olivenbaumsetzlinge ausgerissen wurden. Die Setzlinge waren kürzlich auf Land in der Nähe der Siedlung Adi Ad gepflanzt worden, das nach einem jahrelangen Rechtsstreit an die Palästinenser ging.

Ein Polizeisprecher teilte mit, eine kleine Gruppe Siedler habe die Autos der Mitarbeiter mit Steinen beworfen. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden und die Wagen seien nach dem Angriff weitergefahren. Ermittlungen seien eingeleitet worden. Das US-Konsulat in Jerusalem war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Vorfall könnte die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Israel weiter verschlechtern. Die US-Regierung sieht die israelischen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland kritisch, da sie einen möglichen Friedensprozess mit den Palästinensern erschweren.

loe/AP/AFP

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