Jugoslawien Milosevic verlangt Sicherheit

Der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic fordert verstärkten Polizeischutz. Offenbar befürchtet er seine Entführung und Auslieferung an das Haager Uno-Kriegsverbrechertribunal.


Slobodan Milosevic verlangt Polizeischutz
AFP

Slobodan Milosevic verlangt Polizeischutz

Belgrad/ Brüssel/ Athen - Slobodan Milosevic habe seinen Nachfolger Vojislav Kostunica auf einem umstrittenen Treffen gebeten, ihn nicht an das Kriegsverbrechertribunal auszuliefern, teilte ein Führungsmitglied des regierenden Parteienbündnisses DOS der Belgrader Zeitung "Glas javnosti" mit. Um einer Entführung vorzubeugen, verlange Milosevic mehr Sicherheitsgarantien für sich und seine Familie.

Kostunica hat bereits mehrmals die Zuständigkeit des Tribunals angezweifelt und die Auslieferung von Milosevic abgelehnt. Er bekräftigte seine Absicht, die Chefanklägerin des Uno-Tribunals, Carla Del Ponte, bei ihrem in einer Woche geplanten Besuch vorerst nicht zu empfangen: "Der Tag des jugoslawischen Präsidenten hat zurzeit sehr viele Stunden. Vielleicht werde ich mich später mit Carla Del Ponte treffen", sagte Kostunica.

Del Ponte beharrte unterdessen darauf, bei ihrem Besuch in Belgrad am 23. Januar von Kostunica empfangen zu werden.

Der künftige serbische Regierungschef Zoran Djindjic ist dagegen zu einem Treffen mit der Uno-Chefanklägerin bereit. Es sei die Pflicht von Politikern, mit den Tribunal-Vertretern zu reden, sagte Djindjic.



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