WikiLeaks Assanges Anwalt bringt Frankreich als Zufluchtsort ins Spiel

Bei einer Auslieferung an die USA droht Julian Assange lebenslange Haft. Der Anwalt des Whistleblowers hofft deshalb auf den Schutz des französischen Präsidenten - Assange habe ein Kind in Frankreich.

Assange-Anwalt Juan Branco
Michel Euler/dpa

Assange-Anwalt Juan Branco


Der Anwalt von Julian Assange will mit allen Mitteln eine Auslieferung des WikiLeaks-Gründer an die USA verhindern. Dort droht ihm eine lange Haftstrafe. Nun hat er sich an Frankreich gewandt. Die Regierung um Präsident Emmanuel Macron solle Assange Schutz gewähren, sagte Anwalt Juan Branco. Assange habe ein kleines Kind in Frankreich.

Die Reaktion aus Paris ist bisher zurückhaltend. So lange keine Anfrage gestellt würde, könne man die Möglichkeit eines politischen Asyls für WikiLeaks-Gründer Julian Assange auch nicht prüfen. "Wir würden uns anhören, was er will, aber wir bieten niemandem politisches Asyl, der nicht nachfragt", sagte Frankreichs Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten, Amélie de Montchalin.

Assange war am Donnerstag in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden, nachdem die Regierung Ecuadors das diplomatische Asyl des 47-Jährigen aufgehoben hatte. Die Begründung: Er habe gegen Auflagen für sein Asyl verstoßen (Lesen Sie hier alle Fakten zum Fall Assange).

Politiker von Linkspartei und Grünen gegen Auslieferung

Die USA haben ein Auslieferungsgesuch an Großbritannien gestellt. Die US-Justiz wirft Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning zu einem Hackerangriff vor.

Manning hatte Regierungsdokumente beschafft, die unter anderem Menschenrechtsverletzungen der US-Armee in Afghanistan enthüllten und die von WikiLeaks veröffentlicht wurden. Konkret wird Assange beschuldigt, Manning dabei geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzes der Regierung zu knacken.

Politiker der Linkspartei und der Grünen haben die Festnahme des WikiLeaks-Gründers kritisiert und sich gegen eine drohende Auslieferung an die USA gewandt. Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht wertete das Vorgehen gegen Assange als "eine Schande" und einen "klaren Verstoß gegen internationales Recht".

mho/AP



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