Mutmaßliche Verschwörung mit Chelsea Manning Assange wegen mutmaßlichen Hackerangriffs in den USA angeklagt

Er soll der Whistleblowerin Chelsea Manning dabei geholfen haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken. Deshalb fordern die USA die Auslieferung von Julian Assange.

Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, nach seiner Festnahme
Victoria Jones/PA Wire/dpa

Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, nach seiner Festnahme


Die US-Justiz wirft WikiLeaks-Gründer Julian Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Assange werde beschuldigt, Manning dabei geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken, hieß es in einer Mitteilung des Justizministeriums zum US-Auslieferungsantrag an Großbritannien. Im Fall einer Verurteilung droht Assange eine maximale Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Manning hatte WikiLeaks im Jahr 2010 - damals noch als Bradley Manning - Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen, die unter anderem Menschenrechtsverletzungen der US-Armee in Afghanistan enthüllt hatten. Sie wurde zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und von US-Präsident Barack Obama kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigt.

Die Polizei hatte Assange am Donnerstag in der Botschaft Ecuadors festgenommen, wohin er sich vor sieben Jahren aus Furcht vor einer Auslieferung an die USA geflüchtet hatte.

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Diese Anklage könnte den Weg für eine Auslieferung an die USA freimachen. Ecuadors Präsident Lenin Moreno hatte bei der Aufhebung des Asyls von Assange betont, die britische Regierung habe schriftlich zugesagt, Assange nicht an ein Land auszuliefern, in dem ihm Folter oder die Todesstrafe drohten. Das bestätigte der Staatssekretär im britischen Außenministerium, Alan Duncan, nochmals: Das gelte "unter allen Umständen", und auch für Assange, sagte er dem Sender Sky News.

Die Gefahr einer Auslieferung an die USA ist genau das, was Assange veranlasste, 2012 in die Botschaft zu flüchten und dort so lange auszuharren.

Das Interesse der US-Justiz wurde im vergangenen November bekannt, als Assanges Name versehentlich in einem US-Gerichtsdokument auftauchte. Die Passage legte nahe, dass es bereits eine Anklage gibt, sie aber unter Verschluss gehalten wird. Die jetzt veröffentlichte Anklageschrift trägt das Datum 6. März 2018.

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Die Regierung Ecuadors hob das diplomatische Asyl mit der Begründung auf, Assange habe gegen die Auflagen dafür verstoßen. Die britische Polizei teilte mit, der Botschafter habe sie für die Festnahme in die Botschaft eingeladen.

Whistleblower Edward Snowden, der im russischen Exil lebt, schrieb auf Twitter: "Assanges Kritiker mögen jubeln, aber das ist ein dunkler Moment für die Pressefreiheit." Das russische Außenministerium kritisierte die Festnahme. Der Kreml teilte mit, er hoffe, dass die Rechte Assanges respektiert würden.

vks/dpa



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