Ukraine Timoschenko kandidiert für Präsidentenamt

Die umstrittene Politikerin Julija Timoschenko hat ihre Kandidatur bei der Präsidentenwahl in der Ukraine am 25. Mai bestätigt. Die Bundesregierung hatte sich gerade erst kritisch über die lange Zeit inhaftierte Ex-Regierungschefin geäußert.

Ukrainische Politikerin Julija Timoschenko: Kandidiert offiziell fürs Präsidentenamt
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Ukrainische Politikerin Julija Timoschenko: Kandidiert offiziell fürs Präsidentenamt


Kiew - Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko will bei der Präsidentenwahl in der Ukraine antreten. Das bestätigte die Politikerin am Donnerstag vor Journalisten in Kiew.

Am 25. Mai wird in der Ukraine ein Nachfolger für Wiktor Janukowitsch bestimmt, der vor wenigen Wochen des Amtes enthoben worden war. Derzeit hält Übergangspräsident Alexander Turtschinow in Kiew die Stellung. Turtschinow ist seit langem ein getreuer Anhänger Julija Timoschenkos.

Manche Beobachter vermuten bereits, das Amt, das er derzeit bekleidet, könnte eines Tages die Frau einnehmen, die lange Zeit eine Ikone der ukrainischen Oppositionsbewegung war und mit der die Kanzlerin erst kürzlich bei einem Treffen der EVP in Irland zusammengekommen war.

Die 53-Jährige ist erst vor einigen Wochen in die aktive Politik zurückgekehrt. Zuvor saß sie nach einer dubiosen Anklage unter Ex-Präsident Janukowitsch im Gefängnis. Im Zuge des politischen Umsturzes in der Ukraine war sie nach Jahren aus der Haft entlassen und vor kurzem wegen eines Rückenleidens in Berlin medizinisch behandelt worden.

"Grenzen überschritten"

Allerdings ist Timoschenko auch im Westen umstritten. Erst am Mittwoch hatte sich die Bundesregierung kritisch über sie geäußert. Zuvor waren Auszüge aus einem mitgeschnittenen Telefonat veröffentlicht worden. Darin hatte Timoschenko ihrem Vertrauten Nestor Schufritsch offenkundig mit Blick auf den russischen Staatschef Wladimir Putin und die Annexion der Krim durch Moskau gesagt, sie sei "bereit, eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Dreckskerl eine Kugel in den Kopf zu schießen".

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte dazu am Mittwoch, bei aller Opposition zum russischen Vorgehen auf der Schwarzmeer-Halbinsel gebe es "Grenzen in Sprache und Denken, die nicht überschritten werden dürfen." Solche "Gewaltphantasien sind jenseits dieser Grenzen", sagte Seibert, der im Namen von Kanzlerin Angela Merkel spricht.

Timoschenko will sich am 29. März auf einem Kongress ihrer Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) von den Delegierten bestätigen lassen. In Umfragen liegt die Politikerin gleichauf mit Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko auf Rang zwei, aber abgeschlagen hinter dem Milliardär Pjotr Poroschenko.

Die proeuropäische Politikerin stand 2004 mit dem späteren Präsidenten Wiktor Juschtschenko an der Spitze der Orangenen Revolution in ihrem Land. 2010 hatte Timoschenko die Stichwahl um das Präsidentenamt gegen Janukowitsch verloren.

vek/heb/Reuters/dpa/AFP

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spon-facebook-10000470256 27.03.2014
1. optional
Sollte sie an die Macht kommen, wird der Osten rebellieren.
curti 27.03.2014
2. Prima Julia und.....
Zitat von sysopREUTERSDie umstrittene Politikerin Julija Timoschenko hat ihre Kandidatur bei der Präsidentenwahl in der Ukraine am 25. Mai bestätigt. Die Bundesregierung hatte sich gerade erst kritisch über die lange Zeit inhaftierte Ex-Regierungschefin geäußert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/julija-timoschenko-kandidiert-fuer-praesidentenamt-a-961099.html
....bleibt des weiteren zu hoffen, daß alle EU-Taktiker vor Ort erscheinen und gemeinsam das Lied von Demokratie und Freiheit trällern. Im Anschluß singt dann Hape Kerkeling vom "Spiel des Lebens und den Kandidaten" Und nicht vergessen den Nobelpreis zu entern, der durch die CSU auf Kiel gelegt worden ist oder zumindest gelegt werden soll. Rein in den Zopf damit, macht sich gut auf dem Wahlplakat. Aktueller Wasserstand ? Meine wirkliche Hoffnung aber gilt den ukrainischen Wählern, das sie dieses perfide game durchschauen und konsequent handeln am 25.05. (soweit dieser Termin nicht anuliert werden sollte).
willibenning 27.03.2014
3. naja,da hat der Westen ja seine Wunschkandidatin
Sie hat ja früher als Ministerpräsidentin schon beweiesen,wie man sich in Amt und Würden auf Kosten der Bevölkerung bereichern kann.Auch mit ihren jüngsten Äusserungen hat sie bewiesen,welch Geistes Kind sie ist.Aber dem Westen scheint das ja alles egal zu sein,ob jemand Millionen Russen liquidieren will,bzw. eine kriminelle Vergangenheit hat,oder ob es Faschisten sind.Hauptsache man ist prowestlich eingestellt.Dies zeigt auch den wahren Charakter unserer Politeliten.Es ist einfach nur noch widerlich!
happy2010 27.03.2014
4.
Zitat von sysopREUTERSDie umstrittene Politikerin Julija Timoschenko hat ihre Kandidatur bei der Präsidentenwahl in der Ukraine am 25. Mai bestätigt. Die Bundesregierung hatte sich gerade erst kritisch über die lange Zeit inhaftierte Ex-Regierungschefin geäußert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/julija-timoschenko-kandidiert-fuer-praesidentenamt-a-961099.html
Wie immer Dubiose Anklage..... Wo bitte bleibt der GUTE Journalismus, der klar sagt: Timoschenkos Familienclan hat sich Milliarden zusammengerafft, während die Familie an der Macht gewese ist. Kommt Timoschenko, kommt ein Oligarch an die Macht Die EU-voll von Politikern, die, um so weit zu komme, Ihre Seele, Ihren Anstand, Ihre Charakter und Ihre Bestimmung, dem Volk zu dienen, vergessen haben-diese Politiker sollten gemeinsam die klappe halten
oracle1 27.03.2014
5. Prima
Das zeigt doch nur das Russland im Vorfeld alles richtig gemacht hat, was den Schutz der Russen auf der Krim betrifft. Natürlich sehen unsere Politiker das ein wenig anders und wollen dem Engelchen schon mal den Friedensnobelpreis zukommen lassen... http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/CSU-will-Julia-Timoschenko-fuer-Friedensnobelpreis-vorschlagen-id28387717.html
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