Trip zu Privatinsel Ethikkommission befragt Trudeau zu Familienurlaub

Hat Kanadas Premier gegen Regeln verstoßen, die er selbst eingeführt hat? Nach einem Urlaub auf einer Privatinsel muss sich Trudeau Fragen der Ethikkommission stellen.
Justin Trudeau

Justin Trudeau

Foto: CHRIS WATTIE/ REUTERS

Die kanadische Ethikkommission will den Familienurlaub von Premier Justin Trudeau überprüfen. Er werde sich den Fragen der Kommission stellen, sagte Trudeau in einem Interview mit dem Sender CBC . "Ich bin sicher, die Vorwürfe werden in den kommenden Tagen ausgebügelt."

Er hatte einen Urlaub mit seiner Frau und den drei Kindern auf Bell Island in den Bahamas verbracht. Die Insel gehört Karim Aga Khan IV., dem Oberhaupt der schiitischen Glaubensgemeinschaft der Ismailiten. Er gilt als einer der reichsten Männer der Welt und ist mit Trudeau befreundet. Zu der Insel flog die Familie mit dem Hubschrauber des Aga Khan, obwohl die Nutzung von Privatflugzeugen für Regierungsmitglieder nur nach vorheriger Zustimmung der Ethikbehörde zulässig ist.

Trudeau hatte die Regeln zur Verhinderung von Interessenkonflikten selbst eingeführt. Darin heißt es etwa: "Kein Minister [...] oder einer seiner Familienangehörigen dürfen in privaten Maschinen mitfliegen, egal aus welchem Grund, es sei denn, es ist für die Ausführung des Amtes zwingend notwendig."

Auf die Frage, ob er den Trip so wieder machen würde, antwortete Trudeau im CBC-Interview: "Das war unser Familienurlaub und den haben wir mit einem langjährigen Freund verbracht, den ich schon seit meiner Kindheit kenne.[...] Ich denke, es ist wichtig, Offenheit und Transparenz zu demonstrieren, und das ist es, was die Menschen von ihrer Regierung erwarten."

vks/dpa