Justiz US-Senat bestätigt Roberts als Obersten Richter

Der Weg für den Wunschkandidaten von US-Präsident Bush ist frei: Mit klarer Mehrheit hat der Senat John Roberts als Obersten Richter des Landes bestätigt. Roberts ist streng gläubiger Katholik und gilt als Konservativer.


Washington - Der 50-jährige Roberts wird Vorsitzender des neunköpfigen Supreme Courts, das am kommenden Montag in seine nächste Sitzungsperiode geht. Die Berufung gilt auf Lebenszeit. Roberts ist der drittjüngste Richter, der diese Position je einnahm. Er wird Nachfolger von William Rehnquist (80), der 33 Jahre im Supreme Court saß und Anfang September gestorben war. Der Senat stimmte mit 78 zu 22 Stimmen für Roberts.

 John Roberts: Vom Senat zum Obersten Richter gewählt
AFP

John Roberts: Vom Senat zum Obersten Richter gewählt

Im obersten Gerichtshof ist durch den angekündigten Rücktritt von Richterin Sandra Day O'Connor eine weitere Stelle frei. Präsident Bush will nach Angaben des Weißen Hauses in Kürze einen neuen Kandidaten vorstellen. Damit könnte sich das politische Kräfteverhältnis in dem Gremium nach rechts verschieben. Während der konservative Roberts dem konservativen Rehnquist folgt, war O'Connor in der Vergangenheit oft das Zünglein an der Waage und neigte manchmal den Liberalen, manchmal den Konservativen zu.

Roberts gilt als brillanter Jurist. Der Harvard-Absolvent praktizierte nach Einsätzen im Weißen Haus unter den Präsidenten Ronald Reagan und George Bush als Industrieanwalt in einer der renommiertesten Rechtsanwaltspraxen in Washington. Vor zwei Jahren wurde er zum Richter am Bundesberufungsgericht in Washington. Roberts ist mit einer Anwältin verheiratet und hat zwei Kinder im Vorschulalter. Er ist der erste neue Richter am Obersten Gericht seit 1994.



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