Angriff in Kabul Granaten treffen Gedenkfeier mit Spitzenpolitikern

Bei einem Anschlag auf eine Gedenkveranstaltung in Afghanistans Hauptstadt Kabul ist mindestens ein Mensch getötet worden. Mehrere Präsidentschaftskandidaten waren vor Ort.

Polizisten in Kabul
REUTERS

Polizisten in Kabul


Eine Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern im Westen Kabuls ist von einem Angriff mit Mörsergranaten erschüttert worden. Es gab Berichte von mehreren Explosionen in der afghanischen Hauptstadt. Mindestens ein Mensch wurde getötet, über die genaue Anzahl der Opfer gab es allerdings unterschiedliche Angaben.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Majar, sprach von einem Toten und 16 Verletzten. Daneben beruft sich die Nachrichtenagentur AP auf einen anderen Offiziellen, der anonym bleiben wollte. Dieser gab an, es seien sieben Menschen getötet und weitere zehn verletzt worden.

Die Veranstaltung wurde zu Ehren eines ehemaligen prominenten Führers der schiitischen Hasara-Minderheit, Abdul Ali Mazari, durchgeführt. Er war im Jahr 1995 von den Taliban getötet worden. Auch der afghanische Regierungschef Abdullah Abdullah, mehrere Präsidentschaftskandidaten und der ehemalige Präsident Hamid Karsai waren vor Ort.

Angreifer wurde festgenommen

Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater und jetzige Präsidentschaftskandidat Hanif Atmar blieb bei dem jüngsten Anschlag unverletzt, hieß es in einer Erklärung auf seiner Facebook-Seite. Acht seiner Leibwächter seien allerdings verletzt worden. Der Präsidentschaftskandidat Latif Pedram wurde ebenso verletzt, allerdings sei sein Gesundheitszustand stabil. Das wurde ebenfalls über Facebook mitgeteilt.

Das Gebiet sei weitläufig abgesperrt worden, hieß es aus dem Innenministerium. Die Zeremonie wurde abgebrochen. Sicherheitskräfte hätten die Person, die die Mörsergranaten abgefeuert hatte, in einem Gebäude in der Nähe festgenommen.

In Vorjahr erschütterten mehr als 20 große Anschläge und Angriffe die afghanische Hauptstadt. Dabei starben mehr als 500 Menschen, mehr als 1000 wurden verletzt. Den Großteil der Anschläge hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich reklamiert.

aev/dpa/AP



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