Gewalt in Kabul Taliban attackieren Logistikzentrum von Nato-Partner

Die Angreifer kamen mit einem Lastwagen voller Sprengstoff: In Kabul haben die Taliban einen Logistikpartner der Nato-Truppen attackiert. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Es war der fünfte schwere Anschlag binnen eines Monats.


Kabul - Die Sicherheitslage in Afghanistan wird immer schlechter, erneut ist es in der Hauptstadt Kabul zu einem Angriff gekommen. Bei dem Anschlag mit einer Autobombe und Schusswaffen auf einheimische Nato-Partner sind am Dienstag mindestens sieben Menschen getötet worden. Bei den Opfern handle es sich um vier nepalesische Wachleute, einen afghanischen Wachmann und zwei afghanische Zivilisten, teilte die Polizei mit. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden.

Den Angaben zufolge steuerte ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in einen Komplex, der von einer Zulieferfirma der in Afghanistan stationierten internationalen Truppen genutzt wird. Nach der Explosion lieferten sich drei Kämpfer Schusswechsel mit Wachleuten.

Kurz nach der Tat bekannten sich die Taliban zu der Attacke auf die Logistikfirma, die auch die Fahrzeuge der afghanischen Polizei wartet. Alle Angreifer wurden getötet. Der Polizeichef sagte jedoch nicht, wie viele Taliban-Kämpfer beteiligt waren.

Es war bereits der fünfte schwere Anschlag in Kabul innerhalb eines Monats. Trotz massiver Präsenz afghanischer Sicherheitskräfte gelingt es den Taliban und anderen Terrorgruppen immer wieder, Gruppen von Angreifern in die Hauptstadt einzuschleusen. Bei den vergangenen Angriffen, inklusive einer Attacke auf den wie eine Festung gesicherten Sitz des Präsidenten am 25. Juni, wurden mehr als 30 Menschen getötet

Erst am Montag hatten die afghanischen Sicherheitskräfte erstmals seit der vollen Übernahme der Sicherheitsverantwortung Zahlen über getötete Taliban, Sicherheitskräfte und Zivilisten bekannt gegeben. Demnach starben allein im vergangenen Monat 299 afghanische Polizisten bei Attacken auf Checkpoints und anderen Gefechten. Mehr als 600 wurden verletzt.

Im gleichen Zeitraum starben 180 Zivilisten, so ein Sprecher des Innenministeriums. Er erklärte diesen rapiden Anstieg mit der Tatsache, dass die Afghanen nun "in der Frontlinie gegen den Feind stehen" würden. Dabei würde besonders die Polizei attackiert. Gleichwohl teilte er mit, dass die afghanischen Kräfte landesweit 753 Taliban getötet hätten.

jok/mgb/dpa/Reuters



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micromiller 02.07.2013
1. die geballte unfaehigkeit der westlichen strategie und leistungsfaehigkeit
der militaereinheiten wir hier taeglich neu bewiesen.
cafe_kehse 02.07.2013
2. Taliban sind die Sieger
Die Taliban brauchen eigentlich nur zu warten, bis die gescheiterten westlichen Invasoren mitsamt der glücklosen Bundeswehr geschlagen abziehen. Anschließend gibt es ein neues Saigon, wenn die neuen/alten Herren ihre Plätze wieder einnehmen. Die Taliban brauchen jetzt keine neuen Feldzüge mehr zu beginnen, es reichen gezielte Nackenschläge wie die aktuellen, damit der Abzugsdruck auf den Westen aufrecht bleibt. Die Taliban sind die Sieger, weil immer zum Schluss abgerechnet wird.
azmah 02.07.2013
3. natürlich...
sind die Taliban die Sieger, die Taliban sind = Afghanisches Volk. Ich kenne einige Bundeswehr Soldaten die dort stationiert waren persönlich, und entgegen den Berichten in den Medien, berichten diese das die Ausländische Soldaten gehasst werden (insbesondere "Die arroganten Amerikaner"), und Sie sich kaum raus aus den Lager trauen wegen Gefahr angegriffen zur werden. Ohne Unterstützung aus dem Afghanischen Volk, könnte die Taliban der Nato nicht solange die Stirn bieten.
berdyansk_karl! 02.07.2013
4. Diese..
Anschlaege machen einmal mehr deutlich, das der Westen in AFG eine Niederlage erleidet, die deutlicher nicht sein kann!! Spaetestens 2014, nach dem Abzug der westlichen Kampftruppen, sind die Taliban wieder HERR in Afghanistan!! So sicher wie das Amen in der Kirche! Und in Syrien wird der Westen und seine willfaehrigen Helfershelfer in den Golfdiktaturen das SELBE Schicksal erleiden!!...... und das ist auch gut so!
santaponsa 02.07.2013
5. In Afghanistan ist zu sehen, ...
... dass fast ALLE Überwachungs-Anstrengungen der USA sinnlos und wirkungslos sind. WER kassiert da die Vermittlungsprovisionen für die milliardenschwere ziemlich nutzlose sog. Überwachungs- bzw. Spionagetechnik?
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