Bombenanschlag in Kabul Taliban greifen Hilfsorganisation an

Keine Kampfpause im Ramadan: In Kabul haben die Taliban eine Autobombe vor dem Büro einer US-Hilfsorganisation gezündet. Afghanistans Regierung hatte vor wenigen Tagen um eine Waffenruhe im Fastenmonat gebeten.

Brennende Autos in der Kabuler Innenstadt
HEDAYATULLAH AMID/EPA-EFE/REX

Brennende Autos in der Kabuler Innenstadt


Taliban-Kämpfer haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul die Einrichtung der internationalen NGO Counterpart International angegriffen. Das teilte das afghanische Innenministerium am Mittwoch mit. Counterpart International mit Hauptsitz in Arlington in Virginia arbeitet in verschiedenen Projekten mit der US-Entwicklungsbehörde USAID zusammen.

Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff und erklärten ihrerseits, Ziel sei Counterpart International gewesen. In der Nähe des Ortes befindet sich auch das Büro der Generalstaatsanwaltschaft.

Laut einem Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums wurden zunächst neun Verletzte in verschiedene Krankenhäuser Kabuls gebracht. Ein Augenzeuge berichtete, er habe drei Explosionen und Schüsse gehört. Zudem habe er Rauch aus einem Gebäude steigen sehen. Eine Twitter-Nutzerin schrieb, die Fenster ihrer Wohnung seien von der Detonation zersprungen und ein Teil des Dachs eingestürzt. Schwere Gefechte und Explosionen seien weiter zugange, ergänzte sie.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich die afghanische Stammesversammlung Loja Dschirga für eine sofortige und konsequente Feuerpause während des Ramadans ausgesprochen, der am Montag begonnen hat. Die radikalislamischen Taliban hatten jedoch angekündigt, ihren "heiligen Krieg" auch im muslimischen Fastenmonat fortzusetzen.

cht/dpa



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