Kämpfe gegen Hamas Israelische Panzer rollen in den Gaza-Streifen

Die Israelis lassen sich von den Friedensaufrufen der USA nicht beeindrucken. Noch während der Nahost-Reise von Außenministerin Condoleezza Rice drangen am Abend erneut Panzer in den Gaza-Streifen ein. Es kam zu heftigen Kämpfen mit der Hamas.


Gaza/Washington - Der Optimismus von US-Präsident George W. Bush war unbegründet. Er hatte sich zuversichtlich über Frieden im Nahen Osten geäußert. Doch noch während seine Außenministerin Condoleezza Rice mit Israelis und Palästinensern verhandelte, drangen israelische Panzer am Abend erneut in den Gaza-Streifen ein. Augenzeugen berichteten, Kämpfer der radikalen Hamas hätten sich heftige Gefechte mit israelischen Soldaten geliefert. Die israelischen Truppen seien von Hubschraubern unterstützt worden.

Rice hatte sich kurz zuvor in Kairo und Ramallah aufgehalten, um Palästinenser und Israelis wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Friedensgespräche, die nach dem Willen der US-Führung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollten, waren von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Wochenende ausgesetzt worden, nachdem Israel eine erste Panzeroffensive im Gaza-Streifen unternommen hatte. Dabei waren am Wochenende Dutzende Palästinenser getötet worden.

Bush sagte, er sei überzeugt, dass Israels Regierungschef Ehud Olmert und Abbas wüssten, dass der jetzige Zeitpunkt ein "Schlüsselmoment" sei, um zum Frieden zu gelangen. Bush traf sich heute mit dem jordanischen König König Abdullah II. "Ich sehe die Schwierigkeiten, aber ich glaube auch, dass beide den notwendigen Mut haben werden, eine Einigung zu erzielen", betonte der Präsident. In diesem Prozess würden immer zwei Schritte nach vorn und einer zurück gemacht. "Wir müssen nur sicherstellen, dass es bei einem einzigen Schritt zurück bleibt."

Bush hatte sich bei der Nahostkonferenz in Annapolis (US-Staat Maryland) Ende November zum Ziel gesetzt, dass bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 ein palästinensischer Staat geschaffen werden soll, der friedlich an der Seite Israels existiert. In Annapolis hatten Israelis und Palästinenser vereinbart, bis Ende 2008 eine Lösung für alle strittigen Fragen im Nahost-Konflikt zu finden. Die Verhandlungen über die Kernpunkte des Konflikts waren zuvor im Jahr 2001 erfolglos abgebrochen worden.

als/AFP/dpa



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