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Fotostrecke: Entscheidungsschlacht um Aleppo

Foto: ZOHRA BENSEMRA/ REUTERS

Bürgerkrieg in Syrien 200.000 Einwohner fliehen vor Kämpfen in Aleppo

Die Schlacht gilt als wichtige Machtprobe: Seit Samstag liefern sich Militär und Rebellen in der syrischen Stadt Aleppo heftige Gefechte. Für die Bevölkerung wird die Situation immer dramatischer. 200.000 Einwohner sind nach Angaben der Uno innerhalb von 48 Stunden geflohen.

Damaskus - Das staatliche syrische Fernsehen sprach von einer großangelegten "Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen": Den zweiten Tag in Folge feuerte die Regierungsarmee aus Hubschraubern und Panzern auf die nordsyrische Stadt Aleppo, 2,5 Millionen Menschen leben in der Hochburg der Aufständischen. Trotz ihrer Offensive konnten die syrischen Regierungstruppen Aleppo bisher nicht wieder unter ihre Kontrolle bringen.

Für die in Aleppo verbliebenen Zivilisten wird die Lage immer bedrohlicher: Es gibt keinen Strom und auch kein Wasser mehr, die Lebensmittel werden knapp. Die meisten Menschen suchen Schutz in Kellern, Schulen oder öffentlichen Parks außerhalb der Kampfzone. Und immer mehr Zivilisten fliehen vor den Kämpfen: Nach Angaben der Uno-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos  waren es 200.000 Menschen innerhalb von 48 Stunden. Zudem seien durch die Offensive der Truppen von Präsident Baschar al-Assad zahlreiche Hilfsbedürftige in Aleppo eingeschlossen.

Amos forderte freien Zugang nach Aleppo für Hilfsorganisationen. Sie müssten die Möglichkeit erhalten, den Bedürftigen Nahrung, Wasser und Decken zur Verfügung zu stellen. Momentan sei es sehr schwierig, zu den Flüchtlingen vorzudringen, die versuchen, sich aus Aleppo, Hama und anderen umkämpften Gebieten in Sicherheit zu bringen. Die kämpfenden Parteien forderte Amos dazu auf, "Zivilisten nicht als Zielscheiben" auszuwählen.

Machtprobe für die Regierung

In Jordanien - wohin sich derzeit täglich 2000 Syrer retten - öffnete das erste offizielle Lager für Zehntausende Flüchtlinge. Außenminister Nassir Dschuda sagte bei der Einweihung des Lagers Mafrak an der jordanisch-syrischen Grenze, sein Land tue sein Mögliches für die Sicherheit der Flüchtlinge und bemühe sich zugleich um eine politische Lösung des Konflikts in Syrien. Nach Angaben des Ministers ist das Lager für bis zu 120.000 Flüchtlinge ausgelegt.

Die Schlacht um das wirtschaftliche Zentrum des Landes gilt als wichtige Machtprobe für die Regierung, die große militärische Ressourcen in die Kämpfe um die Städte Aleppo und die Hauptstadt Damaskus gesteckt hat. Die den Rebellen nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London bezeichnete die jüngste Schlacht als bisher schwerste militärische Konfrontation in Syrien seit dem Beginn der Revolte gegen Machthaber Assad im März 2011. Den Angaben zufolge wurden allein am Samstag landesweit 168 Menschen getötet, darunter 94 Zivilisten, 41 Soldaten und 33 Rebellen.

Der Syrien-Sondervermittler Kofi Annan appellierte an die Konfliktparteien, jedes weitere Blutvergießen zu verhindern. Und der französische Präsident François Hollande forderte den Uno-Sicherheitsrat auf, so schnell wie möglich einzugreifen.

aar/AFP/dpa
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