Kämpfe in Bagdad Militante beschießen Grüne Zone

Die Gewalt im Irak reißt nicht ab: Dutzende Menschen sind bei Gefechten in Basra und Bagdad getötet worden. Militante griffen die Grüne Zone in Bagdad mit Raketen an - drei US-Amerikaner wurden bei dem Beschuss schwer verletzt.


Bagdad - Ein neuer Gewaltausbruch erschüttert den Irak: In Bagdad sind mindestens fünf Menschen durch zwei Angriffe mit Granaten getötet worden. Im südwestlichen Stadtteil Rissala wurden demnach nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. In dem zentralen Viertel Karrada töteten die Granaten zwei Menschen.

Kämpfer der Mahdi-Armee in Basra: Die Militanten weiten ihre Kontrolle aus
AFP

Kämpfer der Mahdi-Armee in Basra: Die Militanten weiten ihre Kontrolle aus

Nach Angaben der US-Botschaft in Bagdad wurden bei einem Raketenangriff auf die stark gesicherte Grüne Zone in der irakischen Hauptstadt drei Amerikaner schwer verletzt. Bei den US-Bürgern handelt es sich den Angaben zufolge um Mitarbeiter der amerikanischen Regierung in Bagdad.

In Bagdads Elendsviertel Sadr City dauerten die Kämpfe mit schiitischen Extremisten über Nacht an. Dort starben nach Angaben eines Mitarbeiters einer örtlichen Gesundheitsbehörde 15 Menschen. Mehr als 140 wurden verwundet, darunter auch Frauen und Kinder, die zwischen die Fronten geraten seien.

40 Tote in Basra

In der südirakischen Stadt Basra gingen die blutigen Gefechte zwischen irakischen Regierungstruppen und der Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr unterdessen den zweiten Tag in Folge weiter.

Bis zum frühen Morgen starben dabei seit Ausbruch der Gefechte 40 Menschen, 200 wurden verwundet, wie Vertreter der Gesundheitsbehörden sowie Sprecher der Armee sagten. Unter den Opfern seien auch Zivilisten.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki forderte die Milizionäre in Basra auf, sich innerhalb von 72 Stunden zu ergeben. Außerdem sollten sie schriftlich zusichern, sich nicht an weiteren Kämpfen zu beteiligen, sagte der Politiker dem staatlichen Fernsehen. "Andernfalls müssen sie mit schwersten Strafen rechnen", fügte Maliki hinzu, ohne dies näher auszuführen.

Mahdi-Armee weitet ihre Kontrolle aus

In Basra begannen am Dienstag Kämpfe zwischen irakischen Soldaten und Polizisten gegen Milizionären der Mahdi-Armee des Geistlichen Sadr um die Kontrolle wichtiger Stadtteile. Erst am Montag war Ministerpräsident Maliki in die Hafenstadt geflogen und hatte den Militäreinsatz gegen die Milizionäre angekündigt. Die britischen Truppen hatten am 16. Dezember die Kontrolle über Basra an die Iraker übergeben.

Augenzeugen in Amara, 400 Kilometer südlich von Bagdad, erklärten, die Mahdi-Armee habe weitgehend die Kontrolle über ihre Stadt übernommen. "Es sind so gut wie keine Soldaten oder Polizisten auf den Straßen zu sehen", sagte einer von ihnen.

Die US-Armee berichtete, von Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr City aus seien am Dienstag mehrere Granaten auf andere Stadtteile abgefeuert worden. Aus Sadr City stammt ein Großteil der Milizionäre der Mahdi-Armee. Die US-Truppen hatten den irakischen Soldaten am Dienstag nach eigenen Angaben geholfen, ein Parteibüro der schiitischen Dawa-Partei in Sadr City von Ministerpräsident Maliki gegen eine Attacke von Milizionären zu verteidigen.

anr/Reuters/AP



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