Akihito vor Ruhestand Japans Kaiser darf abdanken

Akihito darf bald in Ruhestand gehen. Das Parlament hat ein notwendiges Sondergesetz für seine Abdankung verabschiedet. Demnach muss er sich binnen drei Jahren zurückziehen.

Japans Kaiser Akihito
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Japans Kaiser Akihito


Seit fast drei Jahrzehnten sitzt Kaiser Akihoto auf dem Chrysanthemen-Thron - nun soll ihm bald sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito, folgen. Dafür hat das japanische Parlament nun ein entsprechendes Sonderrecht verabschiedet. Bislang war eine Abdankung des Kaisers in Japan juristisch nicht zulässig.

Das neue Gesetz gilt nur für den 83-jährigen Akihito, der nun binnen drei Jahren abdanken muss. Japanische Medien rechnen damit, dass dieser Schritt Ende 2018 erfolgen könnte, anlässlich seines 85. Geburtstages. Japan hat bereits Abdankungen seiner Kaiser erlebt, die letzte liegt aber mehr als 200 Jahre zurück.

Akihito hatte Japan im vergangenen Sommer mit dem Wunsch in Aufruhr versetzt, in den Ruhestand gehen zu wollen. Als Gründe für seinen Entschluss nannte er sein Alter und gesundheitliche Probleme. Der Monarch wurde zuletzt wegen Prostatakrebs behandelt und musste sich einer Herzoperation unterziehen.

Kronprinz Naruhito könnte womöglich am 1. Januar 2019 den Thron seines Vaters übernehmen. Doch damit ist die Frage einer stabilen Thronfolge in der ältesten Erbmonarchie weiterhin ungelöst; die Zahl der Familienmitglieder nimmt ab.

Der Kaiser verfügt in Japan über keine politische Macht. Er ist aber laut Verfassung ein Symbol für den Staat und für die Einheit des Volkes. Das Staatsoberhaupt nimmt repräsentative Aufgaben war, ernennt offiziell den Regierungschef, verkündet Gesetzesänderungen und empfängt Staatsgäste.

vks/dpa/AFP



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