Volkszählung in Kalifornien Erstmals mehr Latinos als Weiße

In Kalifornien haben sich die Bevölkerungsverhältnisse umgekehrt. Der jüngsten Zählung zufolge leben in dem US-Bundesstaat mehr Menschen lateinamerikanischer Herkunft als Weiße.
Latinos in Los Angeles: Rund 15 Millionen Hispanoamerikaner leben in Kalifornien

Latinos in Los Angeles: Rund 15 Millionen Hispanoamerikaner leben in Kalifornien

Foto: AP/dpa

Der Anteil der Latinos an der Bevölkerung von Kalifornien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant vergrößert. In dem US-Bundesstaat leben jetzt mehr Menschen lateinamerikanischer Herkunft als weiße Bürger. Wie US-Medien unter Berufung auf die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der letzten Volkszählung berichten, wird die Zahl der Hispanoamerikaner auf 15 Millionen geschätzt - die der Weißen auf 14,9 Millionen.

Mit 6,3 Millionen leben in Kalifornien demnach zudem auch mehr Menschen asiatischer Herkunft als in den anderen Bundesstaaten. Die Erhebung geht auf das Jahr 2014 zurück.

Wie die "Los Angeles Times" meldet, ist Kalifornien damit der dritte US-Staat ohne eine weiße Mehrheit. Auf Hawaii überwiege die asiatische Bevölkerung, in New Mexico die hispanoamerikanische.

Den Statistiken zufolge liegt das Durchschnittsalter der Latinos in Kalifornien bei 29 Jahren, verglichen mit einem mittleren Alter der weißen Bevölkerung von 45 Jahren. 1970 machten rund 2,4 Millionen Latinos lediglich zwölf Prozent der kalifornischen Bevölkerung aus, während damals 15,5 Millionen Weiße mehr als drei Viertel der Einwohner stellten.

Prognosen zufolge wird die Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse weiter gehen. Roberto Suro von der University of Southern California bezeichnete die neuen Zahlen in der "Los Angeles Times" als "offizielle statistische Bestätigung" für einen Wandel bei den Bevölkerungsverhältnissen, der schon seit fast einer ganzen Generation zu beobachten sei. Schätzungen zufolge werden 2060 rund 48 Prozent der Bevölkerung in Kalifornien lateinamerikanischer Herkunft sein, die Weißen werden dann nur noch einen Anteil von 30 Prozent stellen.

ler/dpa/AFP