Kampf gegen Aufständische US-Militärs wollen Razzien in Pakistan ausweiten

Pakistan kriegt die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan nicht unter Kontrolle - jetzt verlieren US-Militärs offenbar die Geduld: Amerikanische Kommandeure wollen laut "New York Times" die Einsätze von Spezialeinheiten ausweiten.
US-Soldaten in Afghanistan: Bodeneinsätze bald auch in Pakistan?

US-Soldaten in Afghanistan: Bodeneinsätze bald auch in Pakistan?

Foto: SIMON LIM/ AFP

Washington - Ihr Einsatzgebiet endet an der Grenze - doch die Kommandeure des US-Militärs in Afghanistan wollen in Zukunft häufiger amerikanische Kommandotruppen im unruhigen pakistanischen Stammesgebiet einsetzen. Das schreibt die "New York Times". Diese "riskante Strategie" sei ein Zeichen für die Unzufriedenheit mit den pakistanischen Bemühungen, die Aufständischen dort zu bekämpfen, so das Blatt.

al-Qaida

US-Drohnen

Die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten als Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerkes . Unbemannte des Geheimdienstes CIA fliegen in dieser Region Angriffe gegen Extremisten. Der Plan, die Einsätze zu intensivieren, ist bisher noch nicht durch das Weiße Haus abgesegnet.

Militärkommandeure argumentieren, dass beim Einsatz von Spezialeinheiten am Boden etwa Extremisten gefangen genommen und nach Afghanistan zum Verhör gebracht werden könnten. Offiziell endet das Einsatzgebiet ausländischer Bodentruppen an der Grenze.

In Washington sei dieser Strategiewechsel umstrittenen, schreibt die "New York Times". Der politische Schaden im Verhältnis zu Pakistan könne größer sein als der taktische Gewinn. Solche Einsätze müssten nach Einschätzung der Zeitung höchstwahrscheinlich von Präsident Barack Obama selbst genehmigt werden.

In den vergangenen Monaten intensivierte die CIA ihre Drohnenangriffe auf Ziele in den Stammesgebieten. Das pakistanische Militär sei seinerseits nicht gewillt, eine größere Offensive gegen Topterroristen von al-Qaida in ihren Rückzugsgebiet Nord-Waziristan auszuführen, so die Zeitung weiter.

Pakistans Botschafter in den USA, Husain Haqqani, reagierte erbost auf den Bericht. Das pakistanische Militär sei selbst in der Lage, mit der Gefahr durch militante Islamisten umzugehen. "Wir arbeiten mit unseren Verbündeten zusammen und schätzen die materielle Unterstützung - aber wir werden keine fremden Truppen auf unserem Boden akzeptieren", so der Botschafter.

anr/dpa/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.