Kampf gegen das Gaddafi-Regime Nato will Libyen-Einsatz stoppen

In knapp zwei Wochen soll es vorbei sein. Die Nato hat sich auf ein Ende des Libyen-Einsatzes geeinigt. Dies verkündete Generalsekretär Rasmussen einen Tag nach dem Tod des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi. Zuvor hatte es über den Zeitpunkt der Entscheidung offenbar Unstimmigkeiten gegeben.

Britische Kampfjets (Archivbild): Die Nato will ihren Einsatz in Libyen Ende Oktober beenden
REUTERS

Britische Kampfjets (Archivbild): Die Nato will ihren Einsatz in Libyen Ende Oktober beenden


Brüssel - Der Militäreinsatz der Nato in Libyen wird voraussichtlich bis Ende Oktober beendet. Bis dahin wolle das Militärbündnis die Situation dort weiter begleiten. Dies teilte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitagabend in Brüssel mit. Eine formelle Entscheidung über das Ende des Einsatzes werde in der kommenden Woche getroffen, hieß es.

Einen Tag nach dem Tod Gaddafis gab es bei der Nato laut Meldung der Nachrichtenagentur dapd angeblich Unstimmigkeiten über die Beendigung des Einsatzes in Libyen. Einige Bündnispartner hielten es offenbar "für politisch nicht geboten", unmittelbar nach dem Tod des früheren libyschen Machthabers den Einsatz zu beenden, verlautete es aus Diplomatenkreisen.

Die Nato hatte seit Ende März militärische Einrichtungen in Libyen bombardiert und eine Seeblockade verhängt. Im Rahmen der "Operation Unified Protector" flogen die Flugzeuge der Allianz mehr als 26.000 Einsätze. Das Militärbündnis hatte mit seinen Angriffen den Sieg der Rebellen gegen das zermürbte Regime erst ermöglicht. Eigenen Angaben zufolge startete die Nato auch den Angriff auf Gaddafis Fahrzeug-Konvoi nahe seiner Heimatstadt Sirt, der am Donnerstag zur späteren Ergreifung des flüchtigen früheren Diktators geführt haben soll.

Zu diesem Zeitpunkt sei allerdings nicht bekannt gewesen, dass sich Gaddafi in einem der gepanzerten Wagen befand. Dies habe das Bündnis erst später "durch offen zugängliche Berichte und Informationen von Verbündeten" erfahren. Der Angriff diente allein dem Schutz der Zivilbevölkerung gemäß Uno-Mandat, hieß es in der Nato-Mitteilung. Gezielte Angriffe auf Einzelpersonen fänden grundsätzlich nicht statt.

Aus dem militärischen Flügel des Übergangsrats hieß es am Freitag allerdings, dass "unsere Freunde" aus dem Ausland die Rebellen erst auf die Spur Gaddafis in Sirt gebracht und die gesamte Operation aus der Luft genau beobachtet hätten. Demnach sei von Geheimdiensten ein Gespräch Gaddafis am Abend vor seinem Tod abgefangen worden, das er mit einem vor Monaten in Tripolis von westlichen Journalisten konfiszierten Satellitentelefon geführt habe.

bos/dpa/Reuters/dapd

insgesamt 39 Beiträge
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glücklicher südtiroler 21.10.2011
1. Nato...
Zitat von sysopEnde Oktober soll es vorbei sein. Die Nato hat sich auf ein Ende des Libyen-Einsatzes geeinigt. Dies*verkündete Generalsekretär Rasmussen einen Tag nach dem Tod des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi. Zuvor hatte es über den Zeitpunkt der*Entscheidung offenbar Unstimmigkeiten gegeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793317,00.html
Der Tod Gaddafis als Höhepunkt und Ende des Libyenkonflikts. In vielen Konflikten bedeutete der Tod des Chefs des Gegners den eigenen Sieg und das Ende des Konflikts oder wie im Falle Rumeniens das Ende einer Ära und eines Systems, für Italien gilt Ähnliches. Mit dem Tod Mussolinis in Italien, Ceaușescus in Rumenien, man könnte die Liste gerne fortsetzen, wurde der Weg für ein neues Kapitel freigemacht. Die Nato hat das faktische Ende des Krieges erkannt und anerkannt... Viele Grüße...
HolyGhost 21.10.2011
2. xyz
"Die NATO hat seit März in Libyen militärische Einrichtunge bombardiert und eine Seeblockade verhängt" Das ist grosses Kino ! Kann man glauben, was da zu lesen steht ? Ist das eine bestimmte Form von Ironie ? Weitere Kommentare zwecklos !
erwin777sti 21.10.2011
3. Danke Nato für den Einsatz
Zitat von sysopEnde Oktober soll es vorbei sein. Die Nato hat sich auf ein Ende des Libyen-Einsatzes geeinigt. Dies*verkündete Generalsekretär Rasmussen einen Tag nach dem Tod des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi. Zuvor hatte es über den Zeitpunkt der*Entscheidung offenbar Unstimmigkeiten gegeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793317,00.html
Töten finde ich nicht gut. Aber verhindern, dass Zivilisten abgeschlachtet werden, halte ich für legitim und erforderlich; wäre schön gewesen, wenn es bei Adolf selig auch nur sechs Monate statt sechs Jahren gedauert hätte. nochmals Dank für die politische Entscheidung, und Dank für erfolgreiche Durchführung !! *PS*: dass Herr Putin zwecks Selbstwerterhöhung irgendeine unpassende Bewertung abgeben wird, ist unvermeidlich. Besser wäre es allerdings, wenn er seinen syrischen Freunden helfen könnte, schnell eine POLITISCHE Lösung zu finden, damit Assad nicht auch noch aus der Röhre kriechen muss, ...
green_mind 21.10.2011
4. Ja!
Zitat von sysopEnde Oktober soll es vorbei sein. Die Nato hat sich auf ein Ende des Libyen-Einsatzes geeinigt. Dies*verkündete Generalsekretär Rasmussen einen Tag nach dem Tod des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi. Zuvor hatte es über den Zeitpunkt der*Entscheidung offenbar Unstimmigkeiten gegeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793317,00.html
Im besten Fall kann die libysche Jamahiriya als ordnende Kraft das Land für die Libyer wieder selbstbestimmt aufbauen, gestalten und einrichten. So viele Tote, so viel Zerstörung, es wird sicher nicht leicht. Ähm, natürlich hat die NATO gewonnen und so (noch sind sie nicht weg, also nichts anderes behaupten, sonst revidieren sie ihre Entscheidung noch), aber ehrlich, ohne die NATO werden es die "Rebellen" vermutlich schwer haben. Es bleibt zu befürchten, dass es für die in Libyen und im Irak freiwerdenden NATO-Kräfte andere üble Pläne gibt.
pragmat 21.10.2011
5. Begleitung
Zitat von sysopEnde Oktober soll es vorbei sein. Die Nato hat sich auf ein Ende des Libyen-Einsatzes geeinigt. Dies*verkündete Generalsekretär Rasmussen einen Tag nach dem Tod des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi. Zuvor hatte es über den Zeitpunkt der*Entscheidung offenbar Unstimmigkeiten gegeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793317,00.html
Die NATO will Libyen voraussichtlich noch zwei Wochen "begleiten". Wahrscheinlich fürchtet man, dass noch ein paar kleine Gaddafis unterwegs sind, die man begleiten möchte? So wie man den großen Gaddafi "begleitete". Die Begleitung wurde vom Escort-Service der Luftwaffen-Lady in Rom organisiert. Na, denn auf ein Neues!
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