Kampf gegen den IS Paris bringt Assads Truppen ins Spiel

Frankreich erwägt im Kampf gegen den IS erstmals eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime. Bodentruppen könnten von Oppositionellen gestellt werden - "und warum nicht auch von Regierungstruppen", sagt Außenminister Fabius.
Syrische Regierungstruppen: Vorstoß von Frankreichs Außenminister

Syrische Regierungstruppen: Vorstoß von Frankreichs Außenminister

Foto: YOUSSEF KARWASHAN/ AFP

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat eine Einbeziehung der syrischen Regierungstruppen in den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) ins Spiel gebracht.

Bei der Bekämpfung der Extremisten gebe es "zwei Maßnahmen: Bombardierungen und Truppen am Boden", sagte Fabius im Radiosender RTL. Die Bodentruppen könnten nicht von Frankreich gestellt werden, aber von Einheiten der oppositionellen Freien Syrischen Armee, von sunnitischen arabischen Truppen "und warum nicht auch von Regierungstruppen?", sagte Fabius. Westliche Staaten hatten bisher eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ausgeschlossen.

Islamistische Terroristen hatten vor zwei Wochen an mehreren Orten in der französischen Hauptstadt 130 Menschen getötet. Frankreich gedenkt am Vormittag der Opfer.

Im Kampf gegen die Terrormiliz, die sich zu der Mordserie bekannt hatte, schmiedet Hollande weiter an einer internationalen Koalition inklusive Russland. Mit Moskau vereinbarte Frankreich eine engere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Extremistenmiliz. Hollande sagte am Donnerstag nach einem Arbeitsbesuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin, beide Länder würden künftig ihre Geheimdiensterkenntnisse über den IS und andere Rebellengruppen teilen, um bei ihren Bombardements in Syrien effektiver vorgehen zu können. Zudem seien sich beide Länder einig, dass nur Terroristen und Kämpfer des IS angegriffen werden dürften, nicht aber solche, die gegen den Terrorismus kämpften. "Wir werden Informationen austauschen, wer angegriffen werden sollte und wer nicht."

Russland war in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen worden, in Syrien vorrangig nicht gegen den IS zu kämpfen, sondern gegen Aufständische, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stürzen wollen und die teils sogar von der westlichen Militärallianz unterstützt werden.

Putin sagte, er sei bereit zum Kampf mit Frankreich gegen einen "gemeinsamen Feind" und auch zur Kooperation mit der von den USA angeführten westlichen Koalition. Zu Beginn des Treffens hatte Hollande erklärt, die Weltmächte müssten eine "große Koalition" bilden, um gegen Terroristen vorzugehen.

Im Video: Hollande plädiert für "breite Koalition gegen IS-Terror"

ler/AFP/Reuters