Kampf um Kobane Peschmerga-Kämpfer erhalten anscheinend Verstärkung

Unterstützung für die Kurden in Kobane: Eine zweite Gruppe bewaffneter Peschmerga-Kämpfer soll die umkämpfte Stadt erreicht haben. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hatte dort eine neue Front errichtet.

Hügel im türkischen Suruc: Ein Kurde beobachtet die Kämpfe in Kobane
DPA

Hügel im türkischen Suruc: Ein Kurde beobachtet die Kämpfe in Kobane


Kobane - Eine zweite Gruppe kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak ist anscheinend über die Türkei nach Nordsyrien gereist, um die seit Monaten umkämpfte Grenzstadt Kobane gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu verteidigen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Rund 150 Kämpfer seien unter strenger Geheimhaltung mit einem Privatflugzeug aus der irakischen Kurdenmetropole Arbil in die Türkei geflogen worden und hätten die Grenze zu Syrien bei dem türkischen Ort Mürsitpinar überquert, heißt es. Sie hätten Waffen und Munition im Gepäck.

Kobane wird seit Monaten von IS-Dschihadisten belagert. Vor wenigen Tagen hieß es, der IS versuche, die Stadt an der syrisch-türkischen Grenze komplett zu umzingeln. Journalisten in der Umgebung berichteten von heftigen Schießereien rund um den Grenzübergang bei Mürsitpinar. IS-Kämpfer schossen offenbar von dort über die syrische Grenze hinweg nach Kobane.

Die Türkei hatte Ende Oktober unter dem Druck der USA eine erste Gruppe von 150 Peschmerga-Kämpfern über ihr Staatsgebiet nach Kobane reisen lassen. Die Regierung in Ankara tut sich mit der Hilfe für die Kurden in der Stadt schwer, weil die dortigen Volksschutzeinheiten mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden sind. Diese ist in der Türkei als Terrororganisation verboten.

In Kobane haben die Islamisten in den vergangenen Wochen hohe Verluste erlitten. Eine internationale Koalition fliegt unter US-Führung Luftangriffe zur Unterstützung der kurdischen Kämpfer am Boden. Der amerikanische Ex-General John Allen schätzt, dass in Kobane bereits rund 600 IS-Kämpfer durch US-Luftschläge ums Leben gekommen seien.

vet/AFP

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