Kampf gegen Taliban USA hoffen auf Hilfe Irans in Afghanistan

US-Präsident Obama hat einen harten Kampf gegen al-Qaida und die Taliban angekündigt. Offenbar wollen die USA im Bemühen um eine Befriedung von Afghanistan auch Iran einbinden. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.


Moskau - Die USA hoffen offenbar im Kampf gegen den internationalen Terrorismus in Afghanistan auf ein stärkeres Engagement von Iran. Die Lage in Afghanistan könnte "ein produktives Feld" sein für die ersten direkten Gespräche beider Länder seit 30 Jahren. Das sagte ein namentlich nicht genannter US-Diplomat am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax am Rande einer Außenministerkonferenz der Shanghaier Kooperationsorganisation (SCO) in Moskau. Ein Treffen mit der US-Delegation in der russischen Hauptstadt lehnten die Vertreter Irans aber ab. "Wir sind in Moskau, um über die Probleme Afghanistans zu sprechen", begründete ein iranischer Vize-Außenminister.

Schon am Vortag hatte der Vizesprecher des US-Außenministeriums, Gordon Duguid, gesagt, die USA hofften auf eine positive Rolle Teherans bei der Lösung der Probleme. Iran und die USA nehmen am Dienstag auch an einer Afghanistan-Konferenz in Den Haag teil.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach sich in Moskau für ein Aufstocken der internationalen Truppen in Afghanistan aus. Der von Moskau und Washington geplante Neubeginn ihrer Beziehungen sei ein wichtiger Beitrag für den Aufbau der Demokratie am Hindukusch, auch wenn sich Russland weiter nicht in Afghanistan engagieren wolle. Der russische Außenminister Sergej Lawrow stellte eine Ausweitung von Moskaus Transit-Erlaubnis für Nato-Nachschub nach Afghanistan in Aussicht. Zudem appelliere Russland an Afghanistan und Pakistan, im Kampf gegen Terrorismus enger zusammenarbeiten, sagte Lawrow.

Der 2001 gegründeten SCO gehören China, Russland und die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan an. Ein Ziel der Organisation ist seit langem, den Einfluss der USA in Zentralasien zurückzudrängen.

Obama hatte bei einer Rede am Freitag betont, nicht nur die Nato-Partner hätten ein Interesse an einer Verbesserung der Sicherheitslage in Afghanistan, sondern auch Russland und Iran.

beb/Reuters/dpa



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