Machtansprüche im Pazifik Chinesischer Pilot kommt angeblich US-Militärflugzeug zu nah

Neuer Zwischenfall im Pazifik: Ein chinesischer Kampfjet kam nach US-Angaben bei einem Abfangmanöver im internationalen Luftraum über dem Ostchinesischen Meer einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug zu nahe.
Senkaku-Insel im Ostchinesischen Meer

Senkaku-Insel im Ostchinesischen Meer

Foto: KYODO/ REUTERS

Das US-Pazifikkommando sprach von einem "unsicheren" Abfangmanöver des chinesischen Piloten: Über dem Ostchinesischen Meer sei ein Kampfjet der Volksrepublik mit hoher Geschwindigkeit angeflogen und bis auf 30 Meter an ein Aufklärungsflugzeug der Amerikaner vom Typ RC-135 herangekommen.

Die US-Maschine sei auf einem "Routineeinsatz" gewesen, als insgesamt zwei chinesische Kampfflieger vom Typ J-10 aufgetaucht seien, berichtete Dave Benham vom US-Pazifikkommando. "Eines der beiden abfangenden chinesischen Jets näherte sich übermäßig schnell dem RC-135-Flugzeug", sagte der Sprecher. "Es scheint ein Fall von unzureichender Fliegerkunst zu sein, weil keine anderen provokativen oder unsicheren Manöver vorkamen."

Es war der zweite Zwischenfall dieser Art zwischen Flugzeugen und Schiffen der USA und Chinas in nur drei Wochen. Im Südchinesischen Meer war es am 17. Mai zu einem nach US-Angaben "unsicheren" Abfangmanöver mit einem chinesischen Kampfjet gekommen.

Die Machtansprüche Pekings sind im Ostchinesischen Meer ähnlich wie im Südchinesischen Meer umstritten. China erhebt dort Ansprüche auf die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln, die unter japanischer Kontrolle stehen.

China hatte Ende 2013 in dem Gebiet eine Luftverteidigungszone verhängt. Ausländische Militärflugzeuge sind damit aufgefordert, sich zu identifizieren und Anweisungen der chinesischen Luftwaffe zu folgen, was die USA und andere Länder aber ablehnen. Ob der jüngste Zwischenfall etwas damit zu tun hatte, ist unklar.

als/dpa
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