Kanadische Provinz Tödliche Schießerei bei Wahlfeier in Québec

In Kanadas französischsprachiger Provinz Québec ist es zu einem schweren Zwischenfall bei einer Wahlfeier der Separatisten gekommen: Ein Mann feuerte in die Menge und tötete Polizeiangaben zufolge mindestens einen Menschen.

AP

Montreal - Er rief ersten Berichten zufolge "Die Englischsprachigen werden wach" und eröffnete das Feuer. Bei einer Schießerei während der Siegesrede der voraussichtlichen neuen Regierungschefin der kanadischen Provinz Québec ist ein Mensch getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, konnte der Attentäter festgenommen werden.

Die Hintergründe des Zwischenfalls sind noch völlig unklar. Die Separatistenpartei, die eine größtmögliche Souveränität vom übrigen, englisch sprechenden Kanada befürwortet, war als stärkste Kraft aus den Provinzwahlen hervorgegangen.

In Québec leben etwa acht Millionen Menschen, von denen knapp sechs Millionen wahlberechtigt sind. Die meisten sprechen französisch. Es ist die einzige der zehn Provinzen, in der nicht Englisch die Hauptsprache ist.

hen/dpa/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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der_namenslose 05.09.2012
1. Was passiert in Kanada?
Was passiert da in Kanada? Warum kommt es zu vermehrter Gewalt? Ist diese die nächste Gesellschaft die an ungezügeltem Kapitalismus zerbricht?
antonerdnusscreme 05.09.2012
2. Ja genau !
Zitat von der_namensloseWas passiert da in Kanada? Warum kommt es zu vermehrter Gewalt? Ist diese die nächste Gesellschaft die an ungezügeltem Kapitalismus zerbricht?
Also diesen uralten Konflikt und den Wunsch des frankophilen Bevökerungsanteils nach mehr Selbstständigkeit als Argument für Kapitalismuskritik heranzuziehen, bedarf dann schon einer etwas ausführlicheren Begründung !
radioCanada 05.09.2012
3. Der Täter hatte vermutlich weitere Gründe...
... als reinen Hass auf die Parti Québecois. In lokalen Medien wird berichtet, er habe starke Frustrationen in seinem Dorf gezeigt, weil ihm die Behörden immer wieder die Genehmigung verweigert haben sein Fish Camp zu vergrössern. Er sprach gut und anscheinend gerne französisch, war aber anglophon, wie man hier sagt. Die Studentenbewegung der letzten beiden Trimester ist mit Ausnahmen weitgehend friedlich verlaufen, verglichen mit der Anzahl der involvierten Studenten. Sie hat nichts damit zu tun. Die Parti Quebecois hat bereits heute morgen angekündigt, die evtl. bereits gezahlten Erhöhungen zurück zu erstatten. Die Liberalen haben nur wenige Sitze verloren, obwohl die Erhöhung der Studiengebühren sehr negativ in der Bevölkerung aufgenommen wurde. In Quebec sind Koalitionen nicht üblich, weshalb die größte Fraktion den PM stellt, allerdings haben fast 60% implizit einer Seperation, mit der Wahl der Liberalen und CAQ, entgegen gestimmt! Ohne die anderen Parteien geht es nicht, d.h. , das Attentat kann nicht als eine Verzweifelungstat gegen eine sofort drohende Unabhängigkeit verstanden werden. radioCanada, Montreal
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