Kanadischer Premier Trudeau beschwört Allianz mit Merkel und Macron

"Angela, Emmanuel und ich": Kanadas Premier Trudeau bekräftigt im Gespräch mit dem SPIEGEL seine enge Verbindung zur Kanzlerin und dem französischen Präsidenten. Auch bei Donald Trump hat er noch Hoffnung.

Politiker Trudeau, Merkel in Hamburg
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Politiker Trudeau, Merkel in Hamburg


In einem Gespräch mit dem SPIEGEL am Rande des G20-Treffens in Hamburg betonte der kanadische Premier Justin Trudeau die politische Übereinstimmung mit Kanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Macron in zentralen Fragen und einen gemeinsamen Kurs gegen populistische Strömungen.

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Heft 28/2017
Vom dogmatischen Verzicht zum gesunden Genuss

"Uns dreien, Angela, Emmanuel und mir, geht es darum, zu sagen: Wir können mit den bestehenden Systemen arbeiten und müssen sicherstellen, dass sie für alle Menschen funktionieren. Wir müssen Freiheiten und Chancen sichern, statt ängstlich zu sein - denn darauf zielen die Rechten." Viele Menschen seien frustriert, verängstigt und wütend, man müsse ihnen Lösungen anbieten, sagte Trudeau. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Trudeau bezeichnete die deutsche Kanzlerin als Vorbild, er schätze ihre Erfahrung und ihre Sicht der Dinge. Er habe in den 18 Monaten seit seinem Amtsantritt gelernt, ihr sehr genau zuzuhören: "Ihr liegt daran, die Welt nachhaltig zu verändern, für die kommenden Generationen. Egal, ob es um den Klimawandel geht oder um Migration, sie schaut sich die langfristigen Entwicklungen an (...) und kommt so zu Lösungen."

Meinungskompass

Trudeau bedauerte im Gespräch den von US-Präsident Donald Trump initiierten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Aber auch mit ihm sei man im Gespräch: "Wir sind in engem Kontakt mit Präsident Trump, um zu schauen, auf welchen Feldern wir zusammenarbeiten können. (...) Er hat uns signalisiert, dass er Interesse daran hat, mit uns gemeinsam gegen die Umweltverschmutzung vorzugehen."

Zum Erfolg des Freihandelsabkommens Ceta und seinem möglichen Ende sagte er: "Wir haben getan, was wir konnten. Die EU muss sich entscheiden, ob sie an den Handel mit Kanada glaubt oder nicht."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
joG 07.07.2017
1. Trudeau ist, wie die....
....beiden anderen ein Etatist aus der Elite. Wie sie erklärt er nicht sonder behauptet und ist gut darin die Dinge populistisch aufzubereiten. Worin er allerdings recht hat ist, dass es unsagbar ist, dass die Europäer CETA noch nicht ratifiziert haben aber Trump vorwerfen den freien Handel abzulehnen. Noch bizarrer wird Letzteres, wenn man bedenkt, dass man TTIP hätte haben können, wenn die EU nicht so lange es hinausgezögert hätte. Die EU hätte sogar die Zustimmung des Senats haben können, wodurch Trump nicht mehr herausgekommen wäre. Ich hatte sogar auf die Idiotie des europäischen herumeierns vor über zwei Jahren hingewiesen hier.
ate2 07.07.2017
2. verändern
"Ihr liegt daran, die Welt nachhaltig zu verändern, für die kommenden Generationen. Egal, ob es um den Klimawandel geht oder um Migration, sie schaut sich die langfristigen Entwicklungen an (...) und kommt so zu Lösungen." Denke ich auch. Eine nachhaltige Veränderung. Und "anschauen" stimmt auch, wenn es um langfristige Entwicklungen geht. Alleine über lösungen habe ich noch nichts erfahren. Kann jemand behilflich sein?
albertaugustin 07.07.2017
3. Leerlauf
und nichts anderes ist dieser sog. "G 20 Gipfel". Die "politische Elite", meistens ist sonst nicht viel von Elite zu bemerken, gefällt sich zu präsentieren, zu parlieren und ev. auch zu antichambrieren, zu mehr zum Wohle der Menschen sind diese Damen und Herren nicht fähig.
heinzpeter0508 07.07.2017
4. Merkel soll Visionen haben, Mr. Trudeau
für eine saubere, nachhaltige und friedliche Welt. Das ist ja etwas ganz neues. Merkel, die in Brüssel die EU blockiert hat strengere Abgasvorschriften für die Autoindustrie durchzusetzen und somit in Kauf nimmt, dass weiterhin jährlich ca. 30000 Menschen in D infolge Feinstaub Vergiftung sterben. Merkel, die mit Gabriel jedes Jahr mehr Waffen verkauft, grösstenteils an Banditenstaaten wie Saudi Arabien und Qatar. Merkel, die dabei ist die EU an die Wand zu fahren, statt zu gestalten wie Helmut Kohl es getan hat mit EU und Euro. Der Brexit geht zu einem Grossteil auf Merkel's Konto. Merkel, die mit ihrer vermurksten Flüchtlingspolitik nur Unordung in Deutschland und in der EU erzeugt hat. Merkel die mit ihrem Buddy Obama mit Unterstützung des Putsches in Kiew auch in diesem Land für Unordnung und Krieg gesorgt hat. Ich möchte nur eine einzige Merkel Baustelle wissen, seit 2005, die Merkel gut gemanagt und fertiggestellt hat, sagt der Bauingenieur. Als Projektleiterin vom Deutschland Projekt hat sie es auch nicht geschafft, das der BER ein Erfolg wird. Helmut Kohl hätte sich darum gekümmert, doch die Dame aus McPom sitzt lieber aus und schaut zu wie Karren in den Dreck gefahren werden, die Kanzlerin ohne Vision.
nic 07.07.2017
5.
Zitat von ate2"Ihr liegt daran, die Welt nachhaltig zu verändern, für die kommenden Generationen. Egal, ob es um den Klimawandel geht oder um Migration, sie schaut sich die langfristigen Entwicklungen an (...) und kommt so zu Lösungen." Denke ich auch. Eine nachhaltige Veränderung. Und "anschauen" stimmt auch, wenn es um langfristige Entwicklungen geht. Alleine über lösungen habe ich noch nichts erfahren. Kann jemand behilflich sein?
Wenn man sich die vergangenen Jahrhunderte anschaut, war die Lösung meist Reiche reicher zu machen. Auch diesmal wird die Welt nur in Profit für Wenige aufgeteilt.
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