Kanarische Inseln Seit Jahresbeginn 490 tote Flüchtlinge

19.000 Flüchtlinge haben die Kanarischen in diesem Jahr bereits erreicht - beinahe dreimal so viele wie im ganzen Jahr 2005. 490 Menschen haben die gefährliche Überfahrt nicht überlebt. Und erneut wird ein Schiff vermisst.


Santa Cruz – Am Montag wurde ein Boot mit 93 afrikanischen Flüchtlingen von der spanischen Küstenwache aufgegriffen. Die Insassen seien wohlauf. Ein weiteres am Vorabend im Atlantik gesichtetes Boot wird noch vermisst.

Flüchtlingsboot: Viele Afrikaner überleben die Überfahrt in den alten Nussschalen nicht
DPA

Flüchtlingsboot: Viele Afrikaner überleben die Überfahrt in den alten Nussschalen nicht

Vielen afrikanischen Flüchtlingen wird die Überfahrt zum Verhängnis. Die Regionalregierung der Kanaren spricht von 490 Toten seit Jahresbeginn allein auf der Inselgruppe. Damit sind nur die geborgenen Leichen gezählt, die Dunkelziffer liegt wesentlich höher. Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond gehen von bis zu 3000 Toten aus.

Auf den Kanaren sind in diesem Jahr schon 19.000 Bootsflüchtlinge gelandet - beinahe drei Mal so viele wie im gesamten Jahr 2005. Nach einem Bootsunglück am Wochenende vor der westafrikanischen Küste werden noch 100 weitere mögliche Opfer vermisst. Beim Untergang zweier voll besetzter Boote ertranken mindestens 22 Menschen.

Auch in Sizilien sind nach Angaben der italienischen Regierung in den ersten sieben Monaten des Jahres über 12.000 afrikanische Flüchtlinge aufgegriffen worden.

fho/agö/dpa



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