Kandidatenkür der Sozialisten Hollande darf gegen Sarkozy antreten

Nicolas Sarkozys Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl 2012 heißt François Hollande. Bei der Vorwahl der französischen Sozialisten liegt der 57-Jährige nach einer ersten Auszählung vorne - Konkurrentin Martine Aubry räumt ihre Niederlage ein.

AP

Paris - Nach Schließung der Wahllokale und Auszählung der ersten Stimmen scheint das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten entschieden: François Hollande liegt mit 57 Prozent zu 43 Prozent deutlich vor Parteichefin Martine Aubry. Diese Zahlen basieren auf einer Auszählung von rund 125.000 Stimmen. Insgesamt geht die Partei von bis zu drei Millionen Wählern aus. Ein Endergebnis wird erst am Montag erwartet. Aubry gestand am Abend ihre Niederlage ein.

Der Sieger der Stichwahl von diesem Sonntag wird im kommenden Frühjahr als Herausforderer von Staatspräsident Nicolas Sarkozy antreten. Im ersten Wahlgang vor einer Woche hatten die beiden jetzt angetretenen sozialistischen Kandidaten die meisten Stimmen erhalten. Der 57-jährige Hollande galt als Favorit, Aubry konnte jedoch zuletzt in Umfragen stark aufholen.

Bereits am Mittag hatte es erste Hinweise auf eine sehr hohe Beteiligung gegeben, die sogar über jener der ersten Wahlrunde (2,7 Millionen) liegen könnte. Offenbar beteiligten sich an diesem Sonntag auch viele Wähler, die zuvor nicht abgestimmt hatten.

Hollande rief die Partei nach seinem Sieg zur Geschlossenheit auf. "Die Vorwahl war ein enormer demokratischer Erfolg", sagte er am Sonntagabend und versprach, die Hoffnungen der Wähler nicht zu enttäuschen. "Ich will unserer Nation wieder Vertrauen geben", meinte er mit Blick auf sein Wahlkampfprogramm. Er benötige dazu aber jetzt die Unterstützung einer geeinten Partei.

"Demokratische Mobilisierung"

Noch vor Bekanntgabe des Siegers feierte die größte Oppositionspartei des Landes ihre erste offene Vorwahl nach US-Vorbild als großen Erfolg. Interims-Parteichef Harlem Désir wertete die "demokratische Mobilisierung" der Vorwahl als Erfolg und rief für den bevorstehenden Wahlkampf zur Geschlossenheit auf.

Zur Abstimmung aufgerufen waren alle linksgerichteten Franzosen unabhängig davon, ob sie dem Parti Socialiste (PS) angehören. Auf das konservativ-rechte Regierungslager übt der Erfolg der Vorwahlen Druck aus, selbst ein ähnliches Verfahren zu organisieren.

Sämtliche konservative Spitzenpolitiker haben allerdings betont, dass man erst bei den übernächsten Wahlen 2017 darüber nachdenken werde. Für 2012 sei Sarkozy der "natürliche Kandidat".

can/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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oberteil 16.10.2011
1. H
Zitat von sysopNicolas Sarkozys Herausforderer bei der französischen Präsidentschaftswahl 2012 heißt aller Voraussicht nach François Hollande. Bei der Vorwahl der Sozialisten liegt er nach einer ersten Auszählung vorne: Der 57-Jährige hat seine parteiinterne Konkurrentin Martine Aubry offenbar geschlagen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,792108,00.html
Dass Hollande vorn ist, ist aber eine Meldung von vorgestern. Dabei ist die von gestern schon veraltet.
Grosskotz 16.10.2011
2. Ziemlich reaktionär dieses französische Volk
beim letzten Mal hatte Segoleine Royal das Nachsehen und jetzt ergeht es Frau Aubry auch nicht anders. ...mit der Frauenquote für den französischen Präsidentensessel wird es wohl nichts.
ogniflow 16.10.2011
3. Vielleicht...
Zitat von Grosskotzbeim letzten Mal hatte Segoleine Royal das Nachsehen und jetzt ergeht es Frau Aubry auch nicht anders. ...mit der Frauenquote für den französischen Präsidentensessel wird es wohl nichts.
Vielleicht täuschen sie sich, es gibt noch eine Kandidatin für das Amt des/r Präsidenten//tin. Allerdings nicht von den Sozialisten, die liegt in den Umfragen richtig gut im Rennen.
panzerknacker51, 16.10.2011
4. Sehr merkwürdig
Wie kann man denn bei 3 Mio Wählern nach 125.000 ausgewerteten Stimmen schon ein Endergebnis prognostizieren? Bei der angegebenen %ualen Verteilung ist da wohl noch was möglich...
franzosen 16.10.2011
5. Das hat mit Frauenquote nichts zu tun !
Zitat von Grosskotzbeim letzten Mal hatte Segoleine Royal das Nachsehen und jetzt ergeht es Frau Aubry auch nicht anders. ...mit der Frauenquote für den französischen Präsidentensessel wird es wohl nichts.
Martine Aubry wäre für mich auch eine sehr gute Kandidatin gewesen. Viele haben aber den Kandidaten gewählt, der gegen Sarkozy die meisten Chancen hat. Und das ist nun mal François Hollande !!
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