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Attacke auf Marine-Stützpunkt: Rauchwolken über Karatschi

Foto: ASIF HASSAN/ AFP

Karatschi Mehrere Tote bei Taliban-Angriff auf Marinebasis

Rauchschwaden steigen auf, die Kämpfe dauern an: In der pakistanischen Stadt Karatschi haben Bewaffnete einen Marinestützpunkt attackiert, es gibt mehrere Tote. Nach Geheimdienstangaben sollen die Angreifer noch Dutzende Geiseln in ihrer Gewalt haben - zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban.

Karatschi - Sie haben Vergeltung für die Tötung von Terrorchef Osama Bin Laden angekündigt - jetzt haben die radikalislamischen Taliban in Pakistan einen blutigen Angriff auf eine Marinebasis verübt. Am Montag bekannten sich die Extremisten zu dem Anschlag in der Stadt Karatschi. Mit der Tat wolle man den Tod von Bin Laden rächen, sagte ein Sprecher der Gruppe.

Am Sonntagabend waren zwischen 10 und 15 mit Sturmgewehren und Granaten bewaffnete Männer nach Angaben der pakistanischen Behörden in den Stützpunkt Mehran eingedrungen. Die Kämpfe dauerten am Montagmorgen an.

Nach Medienberichten wurden bei dem Angriff bis zu elf Menschen getötet. Die Angreifer sollen auch Geiseln genommen haben. Die pakistanischen Behörden bestätigten am Montagmorgen sechs Todesopfer. Sicherheitskräfte riegelten die Basis weiträumig ab, alle übrigen Stützpunkte des pakistanischen Militärs wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Die Bewaffneten haben laut der britischen BBC zunächst drei Hangars angegriffen, in denen Flugzeuge und Hubschrauber abgestellt waren. Auch Flugzeuge auf der Rollbahn seien mit Raketenwerfern beschossen worden, berichtete die BBC unter Berufung auf Augenzeugen. Mehrere Maschinen seien zerstört oder beschädigt worden, darunter auch Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeuge vom Typ P-3C Orion. Mindestens zwei dieser mehrere Millionen Dollar teuren Flugzeuge aus US-Produktion stünden in Flammen, hieß es.

Anschließend seien die Angreifer in weitere Bereiche des Stützpunktes vorgedrungen und hätten sich schwere Gefechte mit den Soldaten geliefert. Auch mehrere Angreifer seien getötet worden. Die verbliebenen Kämpfer hätten sich mit Geiseln in einem Gebäude verschanzt. Unter den Festgehaltenen sollen sich laut BBC auch Angehörige des chinesischen Militärs befinden.

Nach Angaben eines Geheimdienstmitarbeiters hielten die Angreifer mehr als zwei Dutzend Geiseln in ihrer Gewalt. "Sie tragen Sprengstoffwesten und drohen, die Geiseln in die Luft zu sprengen", sagte er. Zwar wisse man nicht genau, wie viele Geiseln es sind, "aber die meisten sind Marine-Angehörige."

Der Sprecher der pakistanischen Marine bestritt dagegen, dass überhaupt Geiseln genommen wurden. "Unsere Marineeinheiten führen Operationen durch, um die Terroristen auszuräuchern", sagte Irfanul Haq. Allerdings brauche der Erfolg Zeit.

Die pakistanischen Taliban hatten nach der Tötung von al-Qaida-Chef Osama Bin Laden durch ein US-Spezialkommando Anfang des Monats Vergeltung angekündigt und seither auch bereits mehrere Anschläge verübt.

2009 hatten Taliban-Kämpfer das Hauptquartier der pakistanischen Armee in Rawalpindi nahe Islamabad angegriffen und Geiseln genommen. 22 Menschen starben. Eine Woche später begann die Armee eine Offensive gegen die Taliban in den Stammesgebieten an der Grenze nach Afghanistan.

anr/dpa/Reuters
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