Frau des US-Vizepräsidenten Karen Pence unterrichtet an Schule, die Homosexuelle ablehnt

Homo- oder bisexuelle Schüler werden nicht aufgenommen, Lehrer dürfen keinen vorehelichen Sex haben: Die Immanuel-Christian-Schule ist erzkonservativ. Dort unterrichtet nun wieder die Second Lady der USA - und wehrt sich gegen Kritik.
Karen Pence

Karen Pence

Foto: Alex Brandon/ AP

Der neue Job von Karen Pence sorgt in den USA für Aufregung. Pence ist die Ehefrau des amerikanischen Vizepräsidenten, und sie hat am Dienstag ihre Lehrtätigkeit an der Immanuel-Christian-Schule in der Stadt Springfield (Virginia) wiederaufgenommen. Bis Mai will sie zweimal pro Woche an der Grundschule Kunst unterrichten - an einer Einrichtung, die für ihre erzkonservativen Ansichten bekannt ist.

Eltern von Schülern müssen beispielsweise eine Einverständniserklärung  unterschreiben, in der es unter anderem heißt: Die Schule habe das Recht, Schüler abzulehnen oder von der Schule zu verweisen, die "sexuelle Immoralität, homosexuelle Aktivitäten oder bisexuelle Aktivitäten betreiben, unterstützen oder befürworten".

Wer an der Schule unterrichten möchte, muss unter anderem angeben, keinen vorehelichen, außerehelichen oder homosexuellen Sex zu haben. Polygamie und Transgender werden an der Schule nicht geduldet. Bewerber müssen auch zustimmen , dass "eine Ehefrau dazu befohlen ist, sich ihrem Ehemann zu unterwerfen". Außerdem muss ein Haken gesetzt werden bei dem Punkt: "Der Begriff 'Ehe' hat nur eine Bedeutung: die Vereinigung von einem Mann und einer Frau."

Dementsprechend groß ist nun die Aufregung darüber, dass die Second Lady der USA an dieser Einrichtung arbeitet. "Die Pences scheinen nie eine Gelegenheit auszulassen, um zu zeigen, dass sie nur einem Teil des Landes dienen", schrieb  beispielsweise die Organisation Human Rights Campaign. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU sprach von einer "schrecklichen Botschaft an Schüler" und fragte : "Wollen wir in einem Land leben, in dem die Führer bereit sind, die LGBTQ-Jugend zu verleugnen?" Die Abkürzung kommt aus dem Englischen und steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer.

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Die "Huffington Post"  hatte zuerst über den neuen Job von Karen Pence berichtet. Demnach hat sie bereits zwölf Jahre lang dort unterrichtet, als ihr Ehemann noch Kongressmitglied war. Zudem besuche die Tochter des Paares die Schule. Mike Pence selbst stand in der Vergangenheit immer wieder für seine erzkonservativen Ansichten in der Kritik.

Karen Pence hatte nun zunächst gesagt, sie freue sich darauf, wieder in den Klassenraum zurückzukehren und zu tun, was sie liebe. Sie habe es vermisst, Kunst zu unterrichten, hieß es in einer Erklärung. Nach der anhaltenden Kritik erklärte ihre Sprecherin Kara Brooks dann, es sei absurd, dass die Entscheidung Karen Pences für den Kunstunterricht "und die religiösen Ansichten der Schule" attackiert werden.

aar/Reuters
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