Karikaturenstreit Dänische Botschaft in Beirut angezündet

In Beirut gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Trotzdem gelang es der Menge, die dänische Botschaft in Brand zu setzen.


Beirut - Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften hatte vergeblich versucht, die Menge zu zerstreuen. Das berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen.

Polizei und Soldaten gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor und gaben Warnschüsse in die Luft ab, mindestens zehn Personen wurden laut Augenzeugenberichten ins Krankenhaus gebracht.

Zuvor hatten libanesische Sicherheitskräfte die Demonstranten gewaltsam daran gehindert, zur dänischen Botschaft vorzudringen. Dort wollten die aufgebrachten Muslime gegen die Veröffentlichung von umstrittenen Mohammed-Karikaturen protestieren. Das Gebiet rund um die Botschaft war abgesperrt.

Die syrische Regierung war nach den gestrigen Vorfällen unter anderem von den USA scharf dafür kritisiert worden, dass sie westliche Vertretungen nicht besser geschützt habe und nicht ausreichend gegen die Gewalttäter vorgegangen sei. Die Zahl der Demonstranten in Beirut wurde auf rund 15.000 geschätzt, ihnen sollen rund 2000 Polizisten und Armeeangehörige gegenüberstehen.

jaf/ap/dpa/rtr



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