Karikaturenstreit Somalier wegen Angriffs auf Mohammed-Zeichner verurteilt

Bewaffnet mit Axt und Messer wollte er den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard in dessen Wohnung töten: Jetzt hat ein Gericht in Dänemark den Somalier wegen des Anschlags schuldig gesprochen. Ihm droht lebenslange Haft.
Karikaturist Westergaard: Mit Axt und Messer attackiert

Karikaturist Westergaard: Mit Axt und Messer attackiert

Foto: Getty Images

Aarhus - Rund ein Jahr nach dem Angriff auf Kurt Westergaard, einem der Zeichner der umstrittenen Mohammed-Karikaturen, gibt es jetzt ein Urteil: Ein 29-jähriger Somalier wurde im dänischen Aarhus wegen Terrorismus und Mordversuchs schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am Freitag bekanntgegeben werden. Ihm droht lebenslange Haft.

Westergaards

Der Mann war am Abend des 1. Januar 2010 mit einer Axt und einem Messer bewaffnet in die Wohnung , 75, eingedrungen. Da Westergaard die Symbolfigur des Karikaturenstreits sei, müsse ein Angriff auf ihn als Versuch gewertet werden, Angst in der Bevölkerung zu verbreiten, sagte die Richterin Ingrid Thorsboe zur Begründung.

Westergaard war wegen einer Karikatur des Propheten Mohammed, die diesen mit einem Turban in Form einer Bombe zeigte, weltweit bekannt geworden. Sie gehörte zu insgesamt zwölf Darstellungen Mohammeds, die die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" im September 2005 veröffentlichte. Die Karikaturen hatten in der islamischen Welt einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Ende vergangenen Jahres war ein Anschlag auf die Zeitung gerade noch verhindert worden.Viele Muslime empfinden eine Abbildung Mohammeds als Beleidigung. Bei den wütenden Protesten nach der Veröffentlichung kamen weltweit mindestens 50 Menschen ums Leben. Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden kündigte 2008 an, Europa werde für die Karikatur bestraft.

Während des Prozesses hatte der Somalier zugegeben, Westergaard angegriffen zu haben. Er betonte jedoch, er habe den Zeichner nicht töten, sondern lediglich erschrecken wollen. Westergaard sagte dagegen in seiner Zeugenaussage, der Mann sei mit einer Axt und dem Ruf "Du musst sterben" auf ihn losgegangen. Er bezeichnete den Somalier als Terroristen und "Soldaten des Heiligen Kriegs", der klar auf seinen Tod aus gewesen sei.

Westergaard konnte sich in letzter Minute in das besonders gesicherte Badezimmer retten und die Polizei alarmieren. Der Angreifer schlug mit seiner Axt 20-mal auf die Badezimmertür ein, ehe er zu fliehen versuchte. Dabei schossen ihm Beamte in die Beine. Die mit einem Gipsbein in der Wohnstube zurückgelassene sechs Jahre alte Enkeltochter des Zeichners hatte er nicht bedroht.

als/dpa/AFP/Reuters
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