Kasachstans Hauptstadt Astana heißt jetzt Nursultan

Fast 30 Jahre regierte Nursultan Nasarbajew Kasachstan, im März trat er überraschend zurück. Nun wurde ihm zu Ehren die Hauptstadt umbenannt.

Kasachstans neuer Präsident, Kassym-Schomart Tokajew, spricht vor dem Parlament
DPA

Kasachstans neuer Präsident, Kassym-Schomart Tokajew, spricht vor dem Parlament


Aus Astana wird Nursultan: Kasachstans neuer Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat mit seiner Unterschrift unter ein Gesetz die Umbenennung der Hauptstadt Astana offiziell bestätigt. Das teilte das Präsidialamt der Ex-Sowjetrepublik auf seiner Internetseite mit. Die Staatsagentur Kazinform veröffentlichte daraufhin den entsprechenden Gesetzestext. Nursultan - das ist der Vorname des langjährigen Präsidenten Nursultan Nasarbajew.

Naserbajew hatte am Dienstag nach fast 30 Jahren an der Macht überraschend seinen Rücktritt erklärt. Bereits einen Tag später übernahm sein Vertrauter Tokajew die Amtsgeschäfte und schlug selbst den neuen Namen für die Hauptstadt vor. Daraufhin beschlossen die beiden Kammern des kasachischen Parlaments die Änderung. Dagegen gab es Medienberichten zufolge in den vergangenen Tagen in dem ölreichen Steppenstaat vereinzelt Proteste und etliche Festnahmen.

Astana war seit 1997 die Hauptstadt des zentralasiatischen Landes. Sie wurde in der Vergangenheit schon mehrfach umbenannt. Zunächst hieß sie Akmolinsk, ab 1961 Zelinograd, 1992 Akmola, 1998 Astana und nun Nursultan.

Solche Ehrbekundungen haben auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion eine lange Tradition. So war etwa auch der Sowjetdiktator Josef Stalin Namensgeber einer Stadt.

bam/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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achim21129 23.03.2019
1. Ach schade,
Astana war ein echt schöner Name.
skeptikerjörg 23.03.2019
2. Keine Überraschung
Wie in vielen ehemaligen Sowjetrepubliken herrscht auch in Kasachstan ein ausgeprägter Personenkult. Ehemalige KP-Größen haben die neuen Staaten mehr oder weniger zum Privateigentum ihrer Familienclans gemacht, man schaue nach Aserbaidschan, Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan. Dabei kann. ihnen natürlich die traditionelle Stammes-/Clantradition entgegen. Nasarbajew fällt da nicht aus dem Rahmen. Die Benennung von Städten nach Parteigrößen ist ebenfalls beste sowjetische und kommunistische Tradition (Karl Marx Stadt lässt grüßen). Im Lauf der Geschichte bereinigt sich das meist wieder. Karl Marx Stadt, Leningrad, Swertlowsk, Stalino, etc. finden sich auf keiner aktuellen Landkarte mehr und irgendwann wird das wohl auch mit Nursultan so sein.
Onkel Drops 23.03.2019
3. tolle Idee
wie wäre Angelahausen oder ähnliches. ich würde es ankh morphok nennen. Stalingrad wurde zu Regierungszeiten umbenannt, nicht wie hier danach erst. nach der Ära Stalin wurde es zurück benannt. wie Karl Marx Stadt ein Schwachsinn deluxe....politische Entscheidungen sind manchmal fern vom Ziel...
karsten rohde 23.03.2019
4. Überschrift
Allein in der ehemaligen Sowjetunion waren es zehn Städte, die nach Stalin benannt waren. Auch in Deutschland gab es eine.
TomTheViking 23.03.2019
5. Man hatte sich gerade an Astana gewöhnt
Die Kasachen in der Mehrheit wollten den Namen auch behalten. Nicht weil man in Opposition zu Nursultan stand sondern weil man den Namen gewohnt war, ihn gut fand und glaubte, dass der Name auch international bekannt war.
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