Kaschmir Wieder Tote und Verletzte

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan nehmen zu. Erneut kam es in Kaschmir zu Gefechten. Indische Truppen schossen nach Angaben Pakistans über die Teilungslinie.


Ein Konfliktherd seit 1947: Pakistanische Soldaten an der Teilungsgrenze zu Kaschmir
REUTERS

Ein Konfliktherd seit 1947: Pakistanische Soldaten an der Teilungsgrenze zu Kaschmir

Neu Delhi - In den vergangenen 24 Stunden sei dabei sechs Zivilisten getötet und weitere 41 seien verwundet worden, meldete der staatliche pakistanische Rundfunk am Sonntag.

Bei einem Überfall mutmaßlich moslemischer Extremisten auf ein Armeelager im indischen Teil Kaschmirs wurden Sonntag früh drei Soldaten und ein Polizist getötet. Wie der Fernsehsender Star News weiter meldete, wurde auch einer der Angreifer erschossen.

Die Spannungen entlang der Teilungslinie nahmen zu, seit am Dienstag bei einem Moslem-Überfall auf ein Armeelager und einen Bus in Indisch-Kaschmir 34 Menschen ums Leben kamen. Die Opfer waren in der Mehrzahl Frauen und Kinder.

Im Parlament in Neu Delhi verlangten am Freitag zahlreiche Abgeordnete einen Angriff Indiens auf die Stützpunkte der Moslem- Extremisten im pakistanischen Teil Kaschmirs.

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Am Samstag forderte Indien den pakistanischen Botschafter Ashrag Jahangir Qazi zum Verlassen des Landes auf, ohne indes dafür eine Frist zu setzen.

Der indische Außenminister Jaswant Singh erklärte in Neu-Delhi, der pakistanische Botschafter solle im Sinne der Repräsentationsgleichheit zwischen beiden Staaten nach Islamabad zurückkehren.

Indien hatte im Dezember seinen Botschafter aus Pakistan abberufen, nachdem bei einem Anschlag auf das Parlament in Neu-Delhi 14 Menschen getötet worden waren, darunter die fünf Angreifer. Nach indischer Darstellung hatte der pakistanische Geheimdienst den Anschlag unterstützt. Das pakistanische Außenministerium reagierte mit Enttäuschung auf die Ausweisung Qazis. Die Regierung in Islamabad wolle sich weiterhin um einen Abbau der Spannungen zwischen Pakistan und Indien bemühen und sich für eine volle Normalisierung der bilateralen diplomatischen Beziehungen einsetzen, hieß es in einer Erklärung.



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