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01. November 2017, 14:04 Uhr

Katalonien-Krise

Puigdemonts Anwalt fordert Befragung in Belgien

Am Donnerstag soll Carles Puigdemont vor spanischen Ermittlern aussagen. Sein Anwalt fürchtet eine Festnahme des abgesetzten katalanischen Regierungschefs - und macht einen Gegenvorschlag.

Wie geht es weiter mit Carles Puigdemont? Der belgische Anwalt des abgesetzten Regionalpräsidenten Kataloniens hat sich für eine Befragung außerhalb Spaniens ausgesprochen. Sein Mandant werde "nicht nach Madrid reisen", sagte Paul Bekaert der Nachrichtenagentur AP. "Ich habe empfohlen, dass er hier in Belgien befragt wird. Das ist möglich."

Bereits am Dienstagabend hatte Puigdemonts Anwalt gesagt, die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass sein Mandant in Spanien festgenommen werde. Er wolle jetzt das weitere Vorgehen der spanischen Behörden abwarten, "um zu sehen, was geschieht".

Ein Auslieferungsantrag Spaniens sei "nicht entscheidend", so Bekaert. Er habe in der Vergangenheit auch Basken als Mandanten vertreten, bei denen die Befragungen durch örtliche belgische Polizeibehörden geführt worden seien. Auch sei unklar, ob Puigdemont in Spanien mit einem fairen Verfahren rechnen könne - ein Argument, das er bei einem eventuellen Auslieferungsantrag Spaniens anbringen werde.

Puigdemont und andere Lokalpolitiker sind in Spanien unter anderem wegen Rebellion angeklagt worden. Daraufhin setzten sie sich nach Belgien ab (mehr zur Flucht lesen Sie hier). Der Staatsgerichtshof in Madrid lud die Angeklagten inzwischen für diesen Donnerstag und Freitag vor. Folgen Puigdemont und die anderen 13 Angeklagten der Vorladung nicht, könnte es europäische Haftbefehle geben. Diese müssten von belgischen Behörden ausgeführt werden.

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Puigdemont hatte in Brüssel erklärt, er suche in Belgien kein politisches Asyl und verstecke sich auch nicht vor der spanischen Justiz. Er wolle von der EU-Hauptstadt aus für die Unabhängigkeit Kataloniens weiterkämpfen und werde nur nach Spanien zurückkehren, wenn ihm Garantien für ein faires Verfahren gegeben werden.

Katalonien steht derzeit unter Zwangsverwaltung aus Madrid, nachdem die Separatisten am Freitag im Parlament einseitig eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben hatten. Diese setzte das Verfassungsgericht am Dienstag aus.

apr/cte/AP/AFP

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