Erste Tendenz nach Wahl Katalanische Separatisten laut Umfrage vorne

Bei der Beteiligung zur Regionalwahl in Katalonien zeichnet sich ein Rekord ab. Einer ersten Befragung zufolge könnte die Wahl eine absolute Mehrheit für die Befürworter der Unabhängigkeit bedeuten.

Wahllokal in Katalonien
DPA

Wahllokal in Katalonien


Seit 20 Uhr sind die Wahllokale in Katalonien geschlossen und es gibt die erste Tendenz: Laut einer Nachwahlbefragung, die die Zeitung "La Vanguardia" veröffentlichte, zeigt sich die Tendenz, dass die Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens ihre Mehrheit im Parlament in Barcelona verteidigen könnten.

Der repräsentativen Befragung von 3200 Wählern zufolge, kommen die entsprechenden Parteien wohl auf 67 bis 71 Abgeordnete im Regionalparlament, in dem es insgesamt 135 Sitze gibt.

Ganz vorne liegen demnach die linksnationalistische Partei ERC des separatistischen Spitzenkandidaten Oriol Junqueras mit 34 bis 36 Sitzen sowie die liberale Partei Ciudadanos von Unabhängigkeits-Gegnerin Inés Arrimadas mit 34 bis 37 Sitzen. Auf dem dritten Platz landet nach der Umfrage mit 28 bis 29 Sitzen die separatistische Liste JuntsxCat (Gemeinsam für Katalonien) des Ende Oktober abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont, der erneut als Spitzenkandidat antrat.

Keine der Parteien konnte die absolute Mehrheit bekommen. Es werden schwierige Koalitions-Verhandlungen erwartet, da es auch innerhalb der beiden Lager - der Separatisten und der sogenannten "verfassungstreuen" Parteien - zum Teil große Meinungsverschiedenheiten gibt.

Offizielle Ergebnisse werden gegen 22 Uhr erwartet. Umfragen vor der Wahl hatten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gegnern und Befürwortern einer Abspaltung von Spanien hingedeutet.

Viele wählen erst nach Feierabend

Bei der Regionalwahl könnte es einen Beteiligungsrekord geben. Bis 18 Uhr hatten am Donnerstag gut 68,3 Prozent aller wahlberechtigten Bürger ihre Stimme abgegeben, wie die Wahlbehörden mitteilten. Das seien über fünf Prozentpunkte mehr als bei der Parlamentswahl im Herbst 2015, hieß es.

Vor zwei Jahren war im Zuge des damals schon aufgeflammten Unabhängigkeitskonflikts schon eine sehr hohe Wahlbeteiligung von mehr als 77 Prozent registriert worden. Die bisher größte Teilnahme wurde in Katalonien allerdings bei den spanischen Parlamentswahlen von 1982 mit knapp 81 Prozent erreicht.

Diesmal wird nicht ausgeschlossen, dass weit mehr als 80 Prozent der insgesamt gut 5,5 Millionen Wahlberechtigten zu den Urnen gehen. Experten wiesen im spanischen Fernsehen darauf hin, dass die Tatsache, dass diesmal an einem Werktag gewählt wird, wohl dazu führen werde, dass ungewöhnlich viele Menschen erst nach Feierabend ihre Stimme abgeben werden.

cop/dpa/Reuters



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