Spanien Regierungsvertreter entschuldigt sich für Polizeigewalt in Katalonien

Es ist ein Zeichen der Deeskalation: Der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien hat sein Bedauern über die Polizeigewalt beim Referendum ausgedrückt.
Enric Millo

Enric Millo

Foto: LLUIS GENE/ AFP

Die Regierung in Madrid hat sich für die Verletzten durch Polizeigewalt während des Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien entschuldigt. Im Namen der Polizisten, die am Sonntag im Einsatz waren, entschuldige er sich, sagte der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien, Enric Millo, dem Sender TV3.

Bei Zusammenstößen mit der spanischen Polizei waren Hunderte Menschen verletzt worden. Polizisten schlossen Wahllokale, beschlagnahmten Abstimmungsunterlagen und hinderten Menschen mit Schlagstöcken und Gummigeschossen an der Stimmabgabe. "Ich weiß, dass Menschen Schläge und Stöße abbekommen haben", sagte Millo. Wenn er die Bilder sehe, könne er nicht anders, als die Taten zu bedauern.

Bei dem umstrittenen Referendum hatte eine überwältigende Mehrheit der Katalanen für die Unabhängigkeit votiert. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei rund 40 Prozent.

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Nach dem Referendum: Machtkampf um Katalonien

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Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy äußerte sich zunächst nicht. Er hatte am Donnerstag den Chef der Regionalregierung, Carles Puigdemont, dazu gedrängt, "größere Übel" zu vermeiden und die Unabhängigkeitspläne aufzugeben. Puigdemont kündigte für Dienstag eine Rede vor dem katalanischen Parlament an. Dort könnte die Unabhängigkeit proklamiert werden.

cte/AFP/Reuters
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