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17. September 2014, 15:57 Uhr

Staatsbesuch in Berlin

Emir von Katar bestreitet Finanzhilfe für "Islamischer Staat"

Dieser Besucher ist unergründlich: Der Emir von Katar ist zu Gast in Berlin. Vorwürfe, sein Land finanziere die Terrormiliz "Islamischer Staat", wies er zurück. Glaubt ihm die Kanzlerin?

Berlin - Katars Emir Tamim Bin Hamad Al Thani hat bei seinem Staatsbesuch in Berlin versucht, sich als verlässlicher Partner des Westens im Nahen Osten zu präsentieren.

Besonders wichtig war dem erst 34-jährigen Herrscher folgender Punkt: "Katar finanziert und unterstützt keine Terrorgruppen in Syrien und im Irak und hat dies auch nie getan", betonte Scheich Tamim nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochmittag. "Ich habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben", sagte die CDU-Politikerin. Sie hob hervor, dass Katar sich der internationalen Koalition gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" angeschlossen habe.

Das Golfemirat steht unter Verdacht, den IS in Syrien und im Irak aufgerüstet zu haben. Katar reagiert auf diese Vorwürfe jedoch höchst empfindlich. Als Bundesentwicklungsminister Gerd Müller öffentlich entsprechende Andeutungen gemacht hatte, bestellte das Emirat die deutsche Botschafterin in Doha ein.

Auch Bundespräsident Joachim Gauck hatte den Emir am Mittwochmorgen auf eine angebliche IS-Unterstützung angesprochen. Das gut 20-minütige Gespräch wurde als ausgesprochen offen beschrieben.

Merkel lobt Katars Investitionen in Deutschland

Nun betonte Merkel, dass der Golfstaat ein wichtiger strategischer Partner der Bundesrepublik sei - ein Land, "das Gesprächskontakte in alle Richtungen hat". Zur Frage nach Waffenlieferungen an das Emirat sagte die Kanzlerin: "Das ist immer eine Einzelfallentscheidung." Allein im ersten Halbjahr 2013 erteilte die Bundesregierung Ausfuhrgenehmigungen im Wert von rund 635 Millionen Euro nach Katar.

Merkel lobte ausdrücklich die Beteiligungen des Emirats in deutschen Wirtschaftsunternehmen. Katar sei an strategischen Investitionen interessiert, die langfristig angelegt sind.

Weitere Unternehmensbeteiligungen hat der reiche Öl- und Gasexporteur am Rande des Treffens bereits angekündigt: "Wir erwarten in der nächsten Zukunft, dass die Investitionssumme Katars in der deutschen Wirtschaft weiter wachsen wird", sagte Wirtschafts- und Handelsminister Scheich Ahmed Bin Jassim Bin Mohammed Al Thani in Berlin. Derzeit hält Katars Herrscherhaus unter anderem Anteile an der Deutschen Bank, Volkswagen und Hochtief. Der Golfstaat ist damit nach eigenen Angaben mit 18 Milliarden Dollar (13,9 Mrd. Euro) der größte arabische Investor in Deutschland.

syd/heb/dpa

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