Beraterjob für Ex-Minister Ashcroft Katar holt sich Hilfe aus den USA

In der Golfkrise sichert sich Katar prominente Unterstützung. Der frühere US-Justizminister John Ashcroft soll das Emirat im Konflikt mit Saudi-Arabien beraten. Das Honorar: 2,5 Millionen Dollar.
Ehemaliger US-Justizminister John Ashcroft

Ehemaliger US-Justizminister John Ashcroft

Foto: SAUL LOEB/ AFP

Das Emirat Katar hat für 2,5 Millionen US-Dollar den ehemaligen US-Justizminister John Ashcroft engagiert. Seine Aufgabe wird es sein zu prüfen, wie der Zwergstaat gegen etwaige Finanzierung von Terrororganisationen vorgehen könnte.

Den Vorwurf der Terrorfinanzierung erheben Saudi-Arabien und andere arabische Länder gegen Katar - und begründen so ihre Blockade gegen das Emirat. Die Blockade hat sich mittlerweile zu einer veritablen Golfkrise ausgewachsen (alle Hintergründe lesen Sie hier).

Jurist Ashcroft, der während der Präsidentschaft George W. Bushs US-Justizminister war, will persönlich die Untersuchungen seiner Kanzlei mit Sitz in Washington leiten. Er werde die Offensive Katars gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im eigenen Land "feststellen, bewerten und wenn nötig verstärken", sagte Ashcroft.

Offenbar will Katar mit dem Engagement Ashcrofts die Nachbarstaaten in der Golfregion beschwichtigen, die das Land zu isolieren versuchen. Saudi-Arabien und mehrere Verbündete hatten am Freitag eine "Terrorliste" mit Personen und Organisationen erstellt, die alle von dem Golf-Emirat finanziert würden oder dort ansässig seien und Kontakt zu Terroristen hätten.

Zuvor hatten die Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar gekappt. Seitdem ist das reichste Land der Welt in der Region weitgehend isoliert, der Landweg dorthin ist gesperrt, der Flugverkehr stark behindert.

Auch in Washington will sich Katar durch die Anstellung Ashcrofts Gehör verschaffen. Während US-Außenminister Rex Tillerson die Golfstaaten mahnte, diese Krise nicht eskalieren zu lassen, hat Präsident Donald Trump wiederholt Katar für seine Unterstützung von Kämpfern kritisiert.

Am Sonntag verschärfte sich die Krise erneut, als Iran Lebensmittel per Flugzeug nach Katar lieferte. Die mehrheitlich von Schiiten bewohnte Islamische Republik Iran will den Konflikt zwischen Katar und Saudi-Arabien offenbar nutzen, um ihrerseits ihren Einfluss in der Golfregion auszubauen.

cpa/AP
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