Katar-Krise Arabische Staaten drohen mit neuen Sanktionen

Katar hat die von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten erhobenen Forderungen nicht erfüllt. Nun erhöhen die vier arabischen Staaten den Druck auf das Golf-Emirat.
Skyline von Doha, Katars Hauptstadt

Skyline von Doha, Katars Hauptstadt

Foto: Yoan Valat/ picture alliance / Yoan Valat/EPA/dpa

Saudi-Arabien und drei weitere arabische Staaten haben nun doch weitere Sanktionen gegen das Golf-Emirat Katar angedroht. In einer gemeinsamen Mitteilung der vier Staaten, aus der arabische Medien zitierten, heißt es: "Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, politische, wirtschaftliche und rechtliche, wie und wann wir es für angebracht halten, um unsere Rechte, Sicherheit, Stabilität und Interessen vor der aggressiven Politik der Regierung Katars zu schützen."

Die von der Regionalmacht Saudi-Arabien angeführte Gruppe wiederholte den Vorwurf an Katar, Terroristen zu unterstützen und die Sicherheit und Stabilität der Golfregion zu untergraben. Die Weigerung Katars, die Forderungen der vier arabischen Staaten zu erfüllen, zeige dessen Absicht, seine Politik fortzusetzen. Der Vorwurf der Terrorunterstützung gilt als Hauptgrund für die seit vier Wochen laufende Blockade des Emirats durch Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten.

Einzelheiten zu möglichen Maßnahmen wurden in der Erklärung nicht genannt. Die Staaten kündigten aber an, dass ihr Verhandlungsangebot vom 22. Juni nun nichtig sei.

Die vier arabischen Staaten hatten erst am Mittwoch erklärt, bis auf Weiteres keine neuen Sanktionen gegen Katar zu verhängen - obwohl der kleine, aber reiche Golfstaat 13 an ihn gestellte Forderungen offensichtlich nicht innerhalb einer gesetzten Frist erfüllt hatte. Das Wüstenemirat war per Ultimatum unter anderem aufgefordert worden, die Beziehungen zu schiitischem Iran - dem Erzrivalen des sunnitischen Königreichs Saudi-Arabien - zurückzufahren und seinen reichweitenstarken TV-SenderAl Jazeera zu schließen.

Tillerson reist zum Vermittlungsversuch nach Kuwait

Katars Regierung bezeichnet den Hauptvorwurf der Terrorfinanzierung als Vorwand, um der Allianz international Sympathie für ihre Maßnahmen zu sichern. Dabei gilt es als offenes Geheimnis, dass im Syrienkrieg Geld aus Katar an die radikalsten Gegner der Regierung von Präsident Baschar al-Assad fließt. Doch auch Saudi-Arabien ist als Förderer des islamistischen Terrorismus bekannt. So gilt die saudi-arabische Lesart des Islam - der Wahhabismus - als Quelle der Dschihad-Ideologie, auf die sich etwa die Terrormiliz IS stützt.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar eine Unterstützung von Terrorgruppen und eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran vor.

US-Außenminister Rex Tillerson will in der kommenden Woche nach Kuwait reisen, um in dem Konflikt zu vermitteln. Vor wenigen Tagen war der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in die Region gereist, um den Dialog zu fördern und eine Eskalation zu verhindern.

anr/dpa/AFP/AP