Diplomatische Krise Arabische Staaten stellen Katar Ultimatum

Der Konflikt zwischen Katar und seinen Nachbarn spitzt sich zu. Saudi-Arabien und andere Staaten stellen dem Emirat laut Medienberichten 13 Bedingungen - und geben für die Erfüllung zehn Tage Zeit.
VAE-Außenminister Anwar Gargasch

VAE-Außenminister Anwar Gargasch

Foto: Kamran Jebreili/ dpa

Katars Gegner haben dem Golf-Emirat eine Liste mit Forderungen für eine Beendigung ihrer Blockade vorgelegt. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) riefen Katar auf, die Liste ernst zu nehmen. Andernfalls sei die "Scheidung endgültig".

Zu den 13 Forderungen zählt laut Medienberichten:

  • die Auflösung des Nachrichtensenders Al Jazeera
  • eine Distanzierung von Iran
  • die Schließung eines türkischen Militärstützpunkts

Demnach hat Katar zehn Tage Zeit, sich den Forderungen zu beugen.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die VAE hatten Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade gegen das Land verhängt. Sie begründeten dies mit der Unterstützung des Emirats für radikale Gruppen wie die ägyptische Muslimbruderschaft, die palästinensische Hamas, die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und Al-Qaida.

Katars Gegner fordern laut den Medienberichten nun, dass Katar die Unterstützung dieser Gruppen einstellt. Zudem sollen gesuchte Oppositionelle an die Nachbarn ausgeliefert werden. Kuwait, das in der Krise vermittelt, hatte die Forderungen der VAE, Saudi-Arabiens, Ägyptens und Bahrains übergeben, berichtete der Sender Al Jazeera. Der Außenminister der VAE, Anwar Gargasch, warf Katar vor, Vermittlungsbemühungen zu untergraben.

Zu den Berichten, nach denen eine Schließung einer türkischen Militärbasis Teil der Forderungen sei, sagte der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik dem Sender NTV: "Ich habe diese Forderung noch nicht offiziell gesehen, aber das könnte einen Eingriff in bilaterale Beziehungen darstellen." Die Türkei ist ein Verbündeter Katars.

Al Jazeera wies indes Rufe nach seiner Schließung zurück. Entsprechende Forderungen seien nichts anderes als ein Versuch, die Meinungsfreiheit in der Region und das Recht der Menschen auf Information zu unterdrücken, teilte der Sender in Katars Hauptstadt Doha mit.

asa/AFP/dpa