Diplomatische  Offensive Katar schickt wieder Botschafter nach Iran - und provoziert Saudi-Arabien

Die Katar-Krise geht in die nächste Runde: Das Herrscherhaus in Doha hat beschlossen, wieder einen Botschafter nach Iran zu entsenden - dem Erzfeind Saudi-Arabiens.
Katars Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani

Katars Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani

Foto: Gregor Fischer/ picture alliance / Gregor Fischer/dpa

Das Datum ist noch nicht bekannt, aber die Entscheidung gefallen: Katar will wieder einen Botschafter nach Teheran schicken. Dieser Beschluss ist ein weiteres Indiz dafür, dass das kleine Emirat auch weiterhin nicht vorhat, dem Druck der Hegemonialmacht Saudi-Arabien nachzugeben.

Die Ankündigung Katars kommt inmitten des diplomatischen Konflikts mit dem Herrscherhaus in Riad. Vier Staaten unter Führung Saudi-Arabiens haben ihre Beziehungen zu Katar Anfang Juni gekappt. Sie werfen dem Emirat unter anderem vor, es unterstütze Extremisten und verbünde sich mit Iran - dem Erzfeind Saudi-Arabiens. Katar weist diese Vorwürfe zurück.

Das Emirat hatte seinen Botschafter in Teheran vor gut 20 Monaten abgezogen, nachdem Saudi-Arabien die diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen hat. Auslöser war die Erstürmung der saudi-arabischen Vertretung durch Demonstranten nach der Hinrichtung eines prominenten schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien.

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Die Entscheidung, wieder einen Botschafter nach Teheran zu schicken, passt in Katars diplomatische Offensivstrategie. In den vergangenen Wochen vereinbarte Doha einen milliardenteuren Rüstungsdeal mit Italien, hielt ein Militärmanöver mit der Türkei ab und kaufte als wichtigster Anteilseigner von Paris St. Germain den Fußballsuperstar Neymar ein. Diese Entscheidungen und Handlungen waren als unmissverständliche Signale der Stärke an Saudi-Arabien gewertet worden.

dop/Reuters
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