Golfregion USA wollen im Streit um Katar vermitteln

Angeführt von Saudi-Arabien, haben mehrere Staaten alle Kontakte mit Katar abgebrochen und eine schwere Krise ausgelöst. Nun will US-Präsident Trump sich persönlich einschalten.
US-Präsident Donald Trump (rechts) und Katars Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani

US-Präsident Donald Trump (rechts) und Katars Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

Die US-Regierung will nach dem Bruch zwischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten mit Katar vermitteln. Präsident Donald Trump werde mit allen Beteiligten sprechen, um die Situation zu beruhigen, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Auch Kuwaits Emir Sabah al-Salim al-Sabah bemühte sich um Vermittlung in dem Streit. Er telefonierte am Montagabend mit seinem katarischen Kollegen Tamim Bin Hamad Al Thani und forderte diesen nach Angaben der Agentur Kuna auf, den Bemühungen um Entspannung "zwischen Brüdern" eine Chance zu geben.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mischt sich in den Konflikt ein. Er telefonierte mit den Staats- und Regierungschefs in Katar, Russland, Kuwait und Saudi Arabien um die Spannungen zu lösen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Katars Außenminister Mohammed Bin Abdulrahman Al Thani sagte im Gespräch mit dem Sender Al Jazeera, er könne sich die Eskalation nicht erklären. "Wir wissen nicht, ob echte Gründe hinter dieser Krise stecken oder versteckte Gründe, die wir nicht kennen", sagte er. Das Vorgehen der Nachbarn stelle die Zukunft des Golf-Kooperationsrates infrage.

In der Region ist die schwerste diplomatische Krise seit Jahren ausgebrochen, nachdem Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Ägypten und Jemen alle Kontakte mit Katar abgebrochen hatten. Sie werfen dem kleinen Staat am Persischen Golf unter anderem vor, Terrororganisationen zu unterstützen. Drei von ihnen stoppten den Luftverkehr mit Katar. Mehrere Fluglinien wie Etihad oder Emirates wollten ab Dienstag ihre Verbindungen in das Land einstellen.

Katar ist nunmehr weitgehend isoliert. In einem koordinierten Vorgehen schlossen die Nachbarländer Saudi-Arabien, Bahrain und VAE nun die Grenzen. Sie forderten Bürger Katars binnen 14 Tagen zur Ausreise auf. Katarische Diplomaten müssen die betroffenen Staaten innerhalb von 48 Stunden verlassen.

Das Außenministerium Katars sprach von ungerechtfertigten Vorwürfen und Maßnahmen, die auf falschen Behauptungen basierten. Die Europäische Union und Iran zeigten sich besorgt über die Entwicklungen. Katars Verhältnis zu anderen Staaten der Region ist seit Langem angespannt. Bereits vor rund drei Jahren hatten Saudi-Arabien, Bahrain und die Emirate ihre Botschafter für einige Monate aus Katar abgezogen. Sie stießen sich vor allem an der Unterstützung Katars für die ägyptischen Muslimbrüder.

max/dpa
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