Kaukasus Unbekannte erschießen Inguschiens Bauminister

Die Täter kamen direkt ins Büro: Aus nächster Nähe haben zwei unbekannte Männer den Bauminister der Republik Inguschien erschossen. Es ist bereits das vierte Verbrechen dieser Art in der Region, die Ermittler sind ratlos.


Nasran - Bluttat in der ehemaligen Sowjet-Republik Inguschien: Der Bauminister der Kaukasus-Republik ist erschossen worden. Zwei Männer hätten am Mittwochvormittag das Büro von Ruslan Amerchanow in Magas betreten und ihn ermordet, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit. Die Täter flüchteten in einem wartenden Auto.

Die Ermittler vermuten, dass das Attentat auf Amerchanow mit seiner Arbeit zusammenhängen könnte. In seinen Zuständigkeitsbereich fiel die Prüfung von Bauprojekten, bei denen Sicherheitsvorschriften verletzt oder Gelder veruntreut wurden. Der Mord ist die jüngste Bluttat in einer Reihe von Anschlägen auf ranghohe Persönlichkeiten in Inguschien. Erst im Juni war ein Bombenanschlag auf den inguschischen Präsidenten Junus-Bek Jewkurow verübt worden. Zwei seiner Leibwächter wurden getötet, er selbst wurde schwer verletzt. Zwei Wochen zuvor war eine Richterin des Obersten Gerichts erschossen worden, als sie ihre Kinder zum Kindergarten brachte.

Im Kaukasus kämpfen islamistische Aufständische gegen die Kreml-treuen Behörden. In den vergangenen Wochen kam es in Inguschien und Tschetschenien immer wieder zu Gewaltakten. Mitte Juli wurde die für die Organisation Memorial tätige Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny verschleppt und wenig später in Inguschien ermordet aufgefunden. Die Menschenrechtskämpferin Sarema Sadulajewa und ihr Ehemann Alik Djibralow wurden ebenfalls entführt und am Dienstag in Grosny entdeckt.

hoc/AFP/AP/dpa



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