Terror in Kenia Mindestens 15 Menschen sterben bei Anschlag auf Luxushotel in Nairobi

Unter den Toten sollen auch Ausländer sein: Nach dem Anschlag auf ein Hotel in Kenia steigt die Zahl der Opfer. Womöglich wollte die islamistische Schabab-Miliz eine US-Konferenz treffen.

Sicherheitskraft am Anschlagsort
REUTERS

Sicherheitskraft am Anschlagsort


Bei dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf einen Hotelkomplex in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Das berichten die Nachrichtenagenturen AFP und AP unter Berufung auf die Polizei.

Die genaue Zahl der Opfer könnte aber noch höher liegen: Die Sicherheitskräfte haben wegen der anhaltenden Kämpfe noch nicht den gesamten Gebäudekomplex durchsuchen können. Lokale Medien hatten zuvor von ein bis mindestens sechs Toten und rund 30 Verletzten berichtet.

Unter den Getöteten seien auch Ausländer, sagte ein Polizeivertreter. Ein Vertreter des US-Außenministeriums bestätigte, dass mindestens ein US-Bürger bei dem Angriff ums Leben kam, den die Terrororganisation Schabab für sich reklamiert hat. Die vor allem in Somalia aktive Gruppe ist mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden.

Konferenz soll in letzter Minute verlegt worden sein

Womöglich hatten es die Angreifer auch gezielt auf Ausländer abgesehen. Eine von US-Amerikanern organisierte Konferenz sei Ziel des Anschlags gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die Polizei. Die Veranstaltung hätte demnach ursprünglich in dem angegriffenen Luxushotel stattfinden sollen, doch der Ort sei in letzter Minute geändert worden. Eine Bestätigung für diese Angaben gibt es bislang nicht.

Video: Anschlag auf Luxushotel

In Kenia kommt es immer wieder zu Terroranschlägen, vor allem seit die kenianischen Streitkräfte das Nachbarland Somalia seit 2011 als Teil einer Mission der Afrikanischen Union (AU) im Kampf gegen die Shabab-Miliz unterstützen. Die islamistische Terrorgruppe Shabab versucht seit Jahren durch Anschläge, ihren Einfluss auszuweiten. Sie kontrollieren weite Teile von Süd- und Zentralsomalia.

Ministerium: "Alle Gebäude und die Umgebung sind sicher"

TV-Bilder von dem aktuellen Anschlag in Kenia zeigten brennende Autos. Verletzte wurden vom Tatort weggetragen. Zunächst gab es laut Polizei eine Explosion vor dem Hotelkomplex. Später habe sich ein Angreifer im Foyer des Hotels in die Luft gesprengt, zahlreiche Schüsse wurden abgegeben.

Einige der Opfer waren laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters im Restaurant Secret Garden von den Angreifern überrascht worden. Sie seien an ihren Tischen zusammengesunken. Auch hierfür gibt es noch keine Bestätigung. Es wird jedoch erwartet, dass sich Kenias Präsident Uhuru Kenyatta noch am Morgen mit einer Ansprache über den Anschlag an das Volk wendet.

Menschen fliehen vor dem Angreifer aus dem Gebäude
REUTERS

Menschen fliehen vor dem Angreifer aus dem Gebäude

Das Hotel liegt unweit des Westgate-Einkaufszentrums, wo im Jahr 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen starben. Einem dpa-Reporter zufolge waren rund um die Anlage in einem relativ wohlhabenden Stadtteil Nairobis auch am frühen Mittwochmorgen noch Schüsse und Explosionen zu hören. Das Innenministerium teilte unterdessen mit, Zivilisten, die durch Sicherheitsleute in dem einen Gebäude geschützt worden seien, seien mittlerweile gerettet worden. "Alle Gebäude und die Umgebung sind sicher."

apr/AFP/AP/dpa/Reuters



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