Reaktion auf Massaker Kenia bombardiert Terror-Camps in Somalia

Wenige Tage nach dem Massaker in der kenianischen Stadt Garissa übt die Regierung in Nairobi Vergeltung. Kenianische Kampfbomber flogen Angriffe auf Terror-Camps der Schabab-Miliz in Somalia.


Seit Sonntag herrscht in Kenia Staatstrauer. Der Schock über das Massaker mit fast 150 Toten an der Universität Garissa sitzt tief. Und die Regierung in Nairobi übt schon Vergeltung für die blutige Tat.

Die kenianische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben zwei Lager der Schabab-Miliz im Nachbarstaat Somalia bombardiert. Kampfflugzeuge hätten die Lager in Gondodowe und Ismail unter Beschuss genommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Auch andere Agenturen berichten von Luftschlägen am Sonntagnachmittag und Montagmorgen. Angaben zu möglichen Opfern wurden nicht gemacht.

Am Donnerstag waren bei einem Terrorangriff in der Stadt Garissa 142 Studenten und sechs Sicherheitskräfte getötet worden. Vier Schabab-Attentäter hatten den Campus der Universität im Morgengrauen gestürmt, Dutzende Studenten erschossen und weitere als Geiseln genommen. Während die Täter Muslime freiließen, ermordeten sie systematisch Christen. Berichten zufolge erschossen sie jeden, der Fragen zum Koran nicht beantworten konnte. Erst am Abend, nach 15 Stunden, beendete die Polizei das Blutbad.

Christen und Muslime rufen zu Besonnenheit auf

Es war nicht der erste blutige Terroranschlag der Schabab-Miliz in Kenia. Die mit al-Qaida verbündete Terrororganisation kämpft seit Langem für einen Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia, wo diese am internationalen Einsatz gegen die Schabab beteiligt sind. Zudem will sie nach eigenen Angaben Rache für die angeblich schlechte Behandlung von Muslimen in Kenia nehmen. Im Herbst 2013 waren bei einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi 39 Menschen zu Tode gekommen. Seit April 2013 sollen Schabab-Terroristen in Kenia insgesamt mehr als 400 Menschen getötet haben.

Die 120.000-Einwohner-Stadt Garissa steht nach dem Massaker unter Schock. Präsident Uhuru Kenyatta warnte davor, Muslime zu Sündenböcken zu machen: "Gerechtfertigter Zorn" dürfe nicht dazu führen, "jemanden zum Opfer zu machen, denn dies würde nur den Terroristen nutzen."

Der anglikanische Erzbischof Eliud Wabukala sagte bei einem Ostergottesdienst in der Kathedrale von Nairobi, die Terroristen wollten Angst und Zwietracht in der Gesellschaft säen, "aber wir sagen ihnen, ihr werdet niemals siegen". Auch der stellvertretende Vorsitzende des Rats der Muslime in Kenia, Hassan Ole Naado, forderte zum Zusammenhalt auf. Kenia befinde sich im "Krieg, und wir müssen alle zusammenstehen". Der Muslim-Rat werde dazu beitragen, Geld für die Beerdigung der 148 Todesopfer des Massakers und für die Behandlungskosten der zahlreichen Verletzten aufzubringen.

stk/Reuters/dpa/AP/AFP

insgesamt 10 Beiträge
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mitverlaub 06.04.2015
1. Wenn man doch weiß,
wo die Terror-Camps sind, warum wurden die denn nicht längst dem Boden gleichgemacht?
auweia 06.04.2015
2. Ausdruck!
Könnte SPON bitte das Wort "Kampfbomber" aus seinem Repertoire streichen? Es gibt Jagdflugzeuge (Jäger) , Kampfflugzeuge (Bomber), auch Jagdbomber sind bekannt. Kampfbomber gibt es nicht.
leser008 06.04.2015
3. Besser zu spät als nie
Zitat von mitverlaubwo die Terror-Camps sind, warum wurden die denn nicht längst dem Boden gleichgemacht?
Ja, unverständlich. Und warum nur zwei Camps ? Die gehören im Akkord weggebombt. So können die sich verstecken, tarnen und haben Resourcen neue Anschläge vorzubereiten. Immerhin, die Kenianer tun wenigstens was.
tommyonafloat 06.04.2015
4. Qualitätsjournalismus...
Wann dringt es endlich auch zum letzten SPON-Mitarbeiter durch, dass SCHABAAB mit zwei a geschrieben wird!? Ich weiß, dass die App kostenfrei ist und sich das Beschwerde-Recht dadurch in Grenzen hält, aber eine gute Werbung für die Printausgabe ist das ganz sicher nicht!!! Genau wie der bereits angesprochene "Kampfbomber"...
Beat Adler 06.04.2015
5. Al Shabab in Somalia unterhaelt keine Terrorcamps
Zitat von mitverlaubwo die Terror-Camps sind, warum wurden die denn nicht längst dem Boden gleichgemacht?
Al Shabab in Somalia unterhaelt keine Terrorcamps. Sie nutzen die gleiche Taktik wie die Terroristen von Boko Haram. Sie wohnen bei ihren Frauen und Kindern, auf Befehl rotten sie sich zusammen und fuehren Anschlaege durch. mfG Beat
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