Präsidentschaftswahl in Kenia Oppositionsführer Odinga zieht Kandidatur zurück

In Kenia soll die Wahl bald wiederholt werden. Oppositionsführer Raila Odinga ist nun aber aus dem Rennen um die Präsidentschaft ausgetreten. Er befürchtet, die Abstimmungen würden "schlimmer als die vorherigen".
Raila Odinga

Raila Odinga

Foto: SIMON MAINA/ AFP

In Kenia hat Oppositionsführer Raila Odinga seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen zurückgezogen. Der Rivale von Amtsinhaber Uhuru Kenyatta sagte, er werde bei der für den 26. Oktober angesetzten Neuwahl nicht antreten. Er begründete seinen Schritt damit, dass notwendige Reformen des Wahlsystems nicht umgesetzt worden seien.

"Alle Anzeichen deuten daraufhin, dass die für den 26. Oktober angesetzten Wahlen schlimmer werden als die vorherigen", sagte Odinga. Der Oppositionsführer und seine Partei National Super Alliance (Nasa) hatten seit der Annullierung des Wahlergebnisses von Anfang August erklärt, nicht an Neuwahlen teilzunehmen, wenn die Wahlkommission IEBC nicht reformiert würde. "Wir denken, es ist das beste, wenn die Partei ihre Präsidentschaftskandidatur aufgibt", sagte Odinga. Kenyatta reagierte bereits und sagte, dass die Wahl trotzdem stattfinden werde.

Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte den Wahlsieg von Amtsinhaber Kenyatta von Anfang August wegen Rechtsverstößen für ungültig erklärt. Deswegen mussten Neuwahlen angesetzt werden. Es war das erste Mal in der Geschichte des afrikanischen Kontinents, dass eine Präsidentschaftswahl annulliert wurde.

Bei der ursprünglichen Wahl hatte Kenyatta mit einer knappen Mehrheit vor Odinga gewonnen. Die Opposition erkannte das Ergebnis aber nicht an. Anschließend war es bei Protesten zu Toten und Verletzten gekommen.

In der Folge hatte Odinga wiederholt mit Boykott gedroht, sollte es nicht zu Reformen der Wahlkommission kommen, etwa das Ersetzen einiger Mitarbeiter der Kommission. Tagelang demonstrierten Unterstützer der Opposition auf den Straßen von Nairobi sowie anderen Städten für die Reformen. Am Mittwoch würden landesweit erneut Demonstrationen stattfinden, kündigte Odingas Parteienbündnis Nasa an.

aev/AFP/AP
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