Gewalt in Nairobi Tausende Menschen bei Polizeiaktion festgenommen

Mit einer groß angelegten Polizeiaktion reagiert Kenia auf die jüngsten Terroranschläge in der Hauptstadt Nairobi. Tausende Menschen wurden festgenommen. Menschenrechtler sind besorgt.

Terroranschläge in Nairobi: Erst vor gut einer Woche starben sechs Menschen
REUTERS

Terroranschläge in Nairobi: Erst vor gut einer Woche starben sechs Menschen


Nairobi - Nach den jüngsten Anschlägen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat die Polizei eine Sicherheitsoffensive gestartet. Dabei wurden in den vergangenen vier Tagen mindestens 3000 Menschen verhaftet, wie ein Polizeisprecher am Dienstag mitteilte. Die meisten von ihnen seien kurz nach der Festnahme wieder freigelassen worden. Nicht aber 447 Verdächtige: Sie sitzen den Angaben zufolge wegen Terrorverdachts weiter in Haft.

Menschenrechtsaktivisten kritisierten das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Die Polizeiaktion habe ausschließlich auf Somalier gezielt. Zudem sei der Umgang der Polizei mit den Verdächtigen besorgniserregend.

Kenia war in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel terroristischer Anschläge. Erst vor wenigen Tagen explodierten in einem von vielen Somaliern bewohnten Viertel Nairobis zeitgleich drei Bomben. Mindestens sechs Menschen starben. Wenige Tage zuvor hatten Unbekannte in einer Kirche in der Nähe der Hafenstadt Mombasa um sich geschossen und dabei sechs Menschen getötet.

Als Auslöser für die zunehmende Gewalt gilt ein Truppeneinsatz aus dem Jahr 2011. Damals schickte Kenia Soldaten in den Süden Somalias, um dort gegen die Schabab-Miliz zu kämpfen. Die Islamisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida bekannten sich auch zu einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem im vergangenen September 67 Menschen getötet worden waren.

jbe/AP



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