Kenia Sex-Streik soll Koalitionskrise beenden

In Kenias Koalition kriselt es seit Wochen. Ein Bündnis von Frauengruppen hat in dem afrikanischen Staat nun zu einem einwöchigen Sex-Streik aufgerufen. Damit sollen die Männer dazu gebracht werden, Druck auf die Politiker für eine Einigung auszuüben.


Nairobi - Eine Woche lang sollen die Männer auf Sex verzichten. Mit diesem Streik will ein Bündnis kenianischer Frauengruppen die Politiker des Landes zwingen, die Koalitionskrise zu beenden, berichtet die Zeitung "Daily Nation". Der Sex-Streik soll die Männer dazu bringen, Druck auf die Politiker des ostafrikanischen Landes auszuüben.

Das Frauenbündnis appellierte auch an Lucy Kibaki und Ida Odinga, die Ehefrauen von Präsident Mwai Kibaki und Premier Raila Odinga, sich der Aktion anzuschließen. "Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", sagte Patricia Nyaundi, die Vorsitzende des Verbands der Rechtsanwältinnen.

Seit Wochen kriselt es in der vor gut einem Jahr gegründeten Koalition, da Odinga sich und seine Orangene Demokratiebewegung an den Rand gedrängt sieht und mehr Einfluss fordert. Odinga drohte am vergangenen Wochenende bereits mit einem Bruch der Koalition, um Neuwahlen zu erzwingen. Viele Kenianer fürchten dann eine Wiederholung der blutigen Unruhen, bei denen Anfang vergangenen Jahres nach den Präsidentenwahlen mehr als tausend Menschen getötet und rund 300.000 vertrieben wurden.

als/dpa



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